Zeit für ein bisschen Wellness..

WELLNESS FÜR KÖRPER UND GEIST…

Was natürlich nicht fehlen darf, ist eine originale Thai Massage. Alle paar Meter hörst du hier das Wort „Massasch“. In den Schaufenstern siehst du zig Touristen, die sich gerade die Beine massieren lassen. Da meine Füße aufgrund meiner nicht wirklich anspruchsvollen Aktivitäten in den letzten Tagen, keine Massage bedürfen, entscheide ich mich für eine Rückenmassage. Zu Beginn läuft alles ganz super, bis die Masseurin mit vollem Körpereinsatz an mir rumzerrt. Das war ein seltsames Gefühl, aber naja.. was soll ich sagen, nachher fühle ich mich besser.

Was mich schon länger reizt, sind die kleinen „Fischis“, die an den Füßen rumknabbern. Die Leute, die ich dabei beobachte, sehen eigentlich recht entspannt aus. Wahrscheinlich spürt man die Fische kaum. Auch das kann ich mir nicht entgehen lassen. Mutig setze ich mich vor das Becken und tunke langsam meine Füße ins Wasser. So schnell wie die wieder draußen waren, können die Fischis gar nicht gucken. Ich will die kleinen Biester wirklich nicht erschrecken, aber es ist ein äußerst seltsames Gefühl, muss ich zugeben. Du spürst jedes Detail, sogar die kleinen Beißerchen, die hemmungslos an dir rumknabbern. Ich weiß nicht, wie viele es sind, aber definitiv genug. Seht selbst…

Unterwasser…

MEINE ERSTEN ERKUNDUNGEN…

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Ich habe mich spontan überreden lassen, einen Tauchkurs zu machen. Dieser dauert drei bis vier Tage und am Ende dessen erhält man ein Zertifikat. So weit so gut.

Bei meiner Anmeldung habe ich gestern einen 250 Seiten dicken Wälzer in die Hand bekommen. „Lies bitte bis morgen Kapitel 1 und 2“. Ok, damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. 115 Seiten, bestehend aus Begriffen, die ich zuvor noch nie gehört habe und sehr viel Physik. Zum Glück war Physik in der Schule eines meiner Lieblingsfächer (Nope, natürlich nicht!!). Hätte ich gewusst, dass ich so viel lernen muss, hätte ich mir das Ganze noch einmal überlegt. Ich fühle mich 10 Jahre (zugegeben, der Physikunterricht ist schon etwas länger her) zurückversetzt. Nur damit ihr besser versteht, was ich meine:

 „Wenn du 6 Liter Luft von der Oberfläche in eine Tiefe von 20 Metern bringst, beträgt das Volumen dort wie viel Liter?“

„Was ist ein BCD?“

„Aus welchen fünf Komponenten besteht ein Atemregler und welche Funktion haben diese jeweils?

(Das ist natürlich nur ein Auszug)

Zumindest habe ich ein deutsches Handbuch bekommen, sonst würde ich nur Bahnhof verstehen. Der Kurs ist dann aber in Englisch, of course.

Neben mir, sind da ein Pärchen aus Kanada, unser Tauchlehrer Marcello aus Brasilien sowie Dave, ein Tauchlehrer-Anwärter aus Australien. Eine kleine gemütliche Runde also. Nach der Theorie gehts erst einmal zum Schnorcheln. Das erste Mal für mich! Ich muss zugeben, ich hätte mich auch schon damit zufrieden gegeben.

So viele „Fischies“ 
(Ina, die Formulierung ist extra für dich! 😉 )

Nach der Mittagspause geht es schon ans Eingemachte. Neo an, Brille auf, Flossen in die Hand und das/ die/ der (whatever) BCD auf den Rücken geschnallt. Mit gefühlten 100 Kilo auf den Rücken stampfen wir zwischen den Sonnenanbetern, die uns regelrecht anstarren, langsam ins  Meer.

Dort wo wir gerade noch stehen können, wenden wir nun die gelernte Theorie in der Praxis an: Handzeichen lernen, Auf- und Abtauschen, Atmungsmaske abnehmen, etc. Nachdem wir die Basics drauf haben, geht es auch schon in tiefere Gefilde. Fischis sehe ich jetzt nicht mehr so viele, was vermutlich an meiner gesteigerten Konzentration für all die neuen Eindrücke und der aufkommenden Dunkelheit liegt.

 

/* Achtung, dieser Abschnitt ist nur für diejenigen, die sich keine Sorgen um mich machen.

Eine Übung, die sich bei mir am heutigen Tag zur Unbeliebtesten macht, ist die, absichtlich Wasser in die Brille zu lassen und dieses dann wieder herauszulassen. Klingt einfach, ist es auch eigentlich. Für 5 Sekunden gerate ich in Panik und denke, ich werde jeden Moment sterben. Das ist natürlich total übertrieben, weil ich jederzeit an die Oberfläche zurück schwimmen kann. Laut Theorie hätte ich ruhig weiter atmen sollen. Ich allerdings zeige Marcello schnell, dass ich gleich abkratze und schwimme zurück an die Oberfläche. Marcello fand das gar nicht lustig (was er natürlich nicht zugibt) und taucht mit mir auf. Draußen regnet es derweil schon wieder in Strömen, was wir da unten gar nicht mitbekommen haben. Ein paar Sekunden später, ist alles wieder gut und wir tauchen gemeinsam langsam hinab. Doch sind nun die anderen weg und wir können sie nicht mehr finden…. Nach einer Minute steigen wir wieder auf und tadaaa, da sehe ich die anderen drei. Wir schwimmen hin und tauchen gemeinsam wieder ab und langsam zurück zum Strand.

Das Gute an meiner Panikattacke: Ich habe dem Ganzen noch ein bisschen mehr Action verpasst. Einfach nur tauchen und ein bisschen Fischis beobachten, wäre doch langweilig 😛

*/

Alles in allem macht es wahnsinnig viel Spaß. Ich fühle mich währenddessen irgendwie frei… genauso wie auf dem Video, welches ich auf dem Heimweg mache (auch, wenn ich super fertig aussehe, geht es mir bestens):

Ich bin eine waschechte Bikerin!

NUR WER HAT, DER KANN…

Ist schon komisch. Wir Deutschen sind stets auf Sicherheit bedacht. Dennoch darf ich, obwohl ich das noch nie gemacht habe, mit dem Auto-Führerschein auch Roller fahren.

„Have you done this before?“
„Of course I have…“

Zumindest bereite ich mich vor. Wer braucht schon Fahrlehrer, wenn es YouTube gibt. 😉 Ich glaube Laura traut meinen Fahrkünsten nicht wirklich über den Weg (ich mir auch nicht), dennoch ist sie mutig genug, sich hinter mich zu setzen (Respekt!). Na dann kann es ja losgehen… Auf die Plätze…. fertig…und los gehts!

Gott sei Dank, gibt es hier nicht so viele Verkehrsregeln, zumindest sagt das mein Gefühl. Frei nach dem Motto: Wer als Erster kommt, mahlt zuerst. Zwei Mal bringe ich die anderen Verkehrsteilnehmer dann doch etwas aus dem Konzept, als ich kurzzeitig zum Geisterfahrer mutiere. Nebenbei bemerkt finde ich, dafür dass ich keinen Linksverkehr gewohnt bin, ist das ganz akzeptabel. 😀

Nach einer fünfzehnminütigen Fahrt kriegen wir uns vor Lachen nicht mehr ein. Denn plötzlich fängt es in Strömen an zu regnen. Die Straßen gleichen einem Wildwasserfluss und erinnern mich ein bisschen an die Wild River (Wild Water) Rutsche in der Therme Erding. Das Gute: Wir sind jetzt scheinbar die Einzigen, die noch unterwegs sind. Also, freie Fahrt voraus!

Pitschnass bis auf die Unterwäsche suchen wir kurze Zeit später dann doch das nächste Restaurant auf. Die Vernunft hat gesiegt! Wir gönnen uns jeder einen Pineapple-Shake (alkoholfrei natürlich!) und entscheiden, nach dem Regen weiter zu fahren. Schließlich wollen wir die Zeit mit dem Roller voll ausnutzen.

Wir dachten, wir machen uns einfach auf den Weg gen Süden.. ok „einfach“ ist nicht ganz richtig für zwei orientierungslose Mädels in einem fremden Land ohne lesbare Verkehrsschilder… Aber wie immer kann man sich auf die moderne Technik verlassen: Vielen Dank an die Betreiber der GPS Navigation by Scout- ohne die App wären wir aufgeschmissen gewesen.

Am Ziel angekommen, haben wir eine wunderschöne Aussicht. Weil es so gut läuft, fahren wir anschließend an die südliche Spitze Phukets (Rawai) weiter und treffen auf einen traumhaften ewig langen Steg.

Mittlerweile ist es dunkel. „Zu Hause“ sind wir innerhalb von etwa 20 Minuten. Wohlgemerkt, für den Hinweg haben wir vermutlich die dreifache Zeit benötigt…


Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Gefahrene Kilometer: ca. 40 km inkl. Umwege
Verfahren und umgekehrt: ca. 10 Mal
Falsche Spur: 2 Mal
Unfall: 0!
Spaßfaktor (von 0 – 10): Definitiv 10!


Meinen Pass bekomme ich am nächsten Tag zurück. Fast schade, dass ich schon einen Führerschein habe, nach dem Tag, hätte ich definitiv einen verdient…

Was will ich Meer…

STRAND und STRAND und STRAND und ach ja… STRAND

Endlich Chillen, Faulenzen und Nichts tun. Eine Kokosnuss zum Frühstück und dann direkt  10 Meter Luftlinie an den Strand. Erstes Learning: Keine Körperstellen beim Eincremen vergessen – besonders die Füße und Ohren. Zusammen mit den etwa 50 Moskito-Stichen an meinen Beinen scheinen mir alle Leute zuerst auf die Füße zu starren, um mir anschließend mit mitleidigem Blick ins Gesicht zu blicken. Was Solls… I don’t mind!

Abgesehen davon ist es einfach traumhaft schön hier, sodass ich meinen Aufenthalt bis Freitag verlängert habe – mit Tendenz zur erneuten Verlängerung. Meine neuen Zimmergenossen, neben Laura aus Dänemark sind 4 befreundete Mädels aus den USA & Kanada. Gemeinsam machen sie eine elfmonatige Reise um die Welt – vollständig durchgeplant und über eine christliche Organisation. Wenn ich richtig verstanden habe, unterstützen sie hier und da Hilfsbedürftige und verteilen anschließend die Bibel – ein bisschen creepy, aber generell eine coole Möglichkeit, um was von der Welt zu sehen. Sie sind ebenfalls super nett und bleiben noch bis Montag. Und dann geht’s wieder von Neuem los:

Hello! What’s your name? Where are you from? How long are you staying? …

 

Adé Bangkok, hello Phuket

ENDLICH MAL WIEDER ÜBER DEN WOLKEN, WO DIE FREIHEIT SO GRENZENLOS IST…

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Fliegen verleiht mir Flügel auch ohne Energy Drink – pures Glück! Der einzige Nachteil: Die Gepäckkontrolle. Jule, du musst mir verzeihen, sie haben mir das kleine Schweizer Taschenmesser, was du mir mal geschenkt hast, bei diesem Flug leider abgenommen. Zum Glück habe ich euer Gabel-Messer-Löffel-In-Einem-Besteck behalten dürfen, Christin und Melly… 

Nach einer langen Minibus-Tour von Phukets Norden in den Süden bin ich nun in meinem nächsten Hostel (dem 3. in drei Tagen) angekommen. Jetzt ist Schluss mit Luxus! Ab sofort sind Mehrbettzimmer angesagt. 

Das Positive: Die Bekannschaften. Meine Mitbewohnerin Nr. 1 für die nächsten Tage heißt Laura und kommt aus Dänemark. Sie begleitet mich glücklicher Weise gleich zum Abendessen und Strandspaziergang. WTF – ist der Strand toll! Auch wenn ich im Dunklen nur erahnen kann, wie schön es ist! Ich liebe meinen neuen Aufenthaltsort jetzt schon. Gebucht sind erst einmal zwei Nächte, Tendenz zum Verlängern ist definitiv vorhanden.

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Zum Schreiben verkrümele ich mich nun auf den Balkon und ich kann nur sagen – selbst das ist spannend. Mehr dazu in den nächsten Tagen…

Mittlerweile kann ich kaum noch still sitzen, so wie mich die Mücken zerstochen haben. Hier ist es schon 3 Uhr nachts während bei euch gerade Prime Time angesagt ist… Also sag ich mal: Gute Nacht ihr Lieben!

Von der Theorie zur Praxis

WAS SOLL ICH SAGEN…

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Ich brauche erst einmal Zeit um anzukommen – in der großen weiten Welt.

Mein 1. Tag in Bangkok läuft reibungslos. Mein Hostel-Zimmer nahe des Hauptbahnhofes (Hua Lamphong) gefällt mir so gut, dass ich gleich die Dusche und anschließend das Bett testen musste. Nach dem geplanten Mittagsschläfchen wache ich überraschender Weise erst abends wieder auf. Schlechtes Gewissen? Fehlanzeige!

Am 2. Tag in Bangkok heißt es schon wieder Auschecken und zum nächsten Hostel. Mithilfe meines hochqualifizierten Orientierungssinnes sowie meiner exzellenten Thai-Sprachkenntnisse irre ich eine Stunde umher, um das richtige Boot zu finden. Laut Navi hätte ich fußläufig/ ohne Boot genauso lange für die gesamte Strecke benötigt.. Das nur zur Theorie…Ich entschließe mich dazu auf die überteuerten Touri-Boote zu s******* und nehme lieber ein „Linien-Boot“ der Einheimischen. Ok, so hat mir keiner erzählt, was links und rechts zu sehen ist, aber Kultur wird sowieso überbewertet 😉

Endlich den schweren Rucksack losgeworden, stürze ich mich dann doch ins Touri-Getümmel – zumindest bin ich stets bemüht. Die 300 Meter lange Khao San Road mit Ständen, Bars und Restaurants links und rechts haut mich jetzt nicht so wirklich vom Hocker. Vielleicht ist das abends aber anders. Auf jeden Fall kann ich das Wichtigste ToDo für Tag 1 abhaken, meine langersehnte Kokosnuss zu trinken.

Als nächstes suche ich den Wat Pho, den du mir, Larissa netter Weise tags zuvor empfohlen hast. Ein sehr netter Tuktuk-Fahrer zeigt mir auf einer Karte den Weg. Ich sage ihm, dass ich dahin doch auch laufen könne. Er denkt sich vermutlich schon seinen Teil, denn ich laufe und laufe und laufe UM den Königspalast herum, statt durch diesen durch (Nach Auskunft eines Polizisten habe ich erfahren, dass irgendeine Zeremonie für den König oder so sei). Gefühlte 10 Kilometer später bei den Mönchen angekommen, geselle ich mich eine Weile zur Meditation der orange gekleideten Männer. Vielleicht sollte ich auch mit Meditieren beginnen, Julia Roberts hat sich in Eat. Pray. Love. schließlich auch der Herausforderung gestellt 😉

Zurück mit dem Boot fahre ich dann (halb-versehentlich) schwarz… Uupsi!

Der zeremonielle Name der Stadt Bangkok in Thai lautet: กรุงเทพมหานคร อมรรัตนโกสินทร์ มหินทรายุธยามหาดิลก ภพนพรัตน์ราชธานีบุรีรมย์ อุดมราชนิเวศน์ มหาสถานอมรพิมาน อวตารสถิต สักกะทัตติยะ วิษณุกรรมประสิทธิ์ und ist damit der längste Ortsname einer Hauptstadt weltweit (Für alle Audio-Begeisterten unter euch, hilft euch Wikipedia weiter.)

Genauso vielseitig wie den Namen schätze ich die Stadt ein und kann gar nicht genau sagen, ob und was mir besonders hier gefällt.

Alles weg…

… … …

Mein Morgen war überwältigend. Meine Klingel hat nicht mehr still gestanden (etwas übertrieben dargestellt). Dank Mellys Facebook Posts sind etwa 20 Leute zu meinem Wohnungs-Flohmarkt gekommen und haben gekauft, was das Zeug hält. Alle waren gut drauf und es lief einfach super!

Der Plan war 97 % meines Besitzes  zu verkaufen. Er ging auf. Ich kann es kaum glauben. Er ging auf!

Vielen Dank liebste und tollste und größte und allerbeste Melly – du bist einfach der absolute hammermäßige Wahnsinn :*

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Gekauft am 13.09.2014. Verkauft am 14.01.2017: Du hast mir stets die Wärme geschenkt, die ich gebraucht habe. Gemeinsam sind wir durch dick und dünn gegangen. Auch Risse haben meiner Liebe zu dir keinen Abbruch getan. Ich werde noch lange an unsere gemeinsamen Erlebnisse zurück denken. Doch nun ist die Zeit gekommen, für jemand anderen da zu sein…