Laos – unbekanntes Land zwischen China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar

…Berge ohne Schnee und Hitze ohne Strand…

Laos stand nun so gar nicht auf meinem Plan. Und um ehrlich zu sein, wusste ich bis vor Kurzem nicht einmal, wo Laos liegt. Aber das ist genau das, was das Reisen so besonders macht – Spontane Planänderungen, neue Orte, Reisebekanntschaften und das Unvorhersehbare.

Die Natur in Laos ist atemberaubend – schwer, das in Bildern festzuhalten. Zugegeben, ich habe Laos unterschätzt. Es ist mehr wert als nur ein Land zwischen Thailand und Vietnam. Ich muss mich entscheiden – und das jeden Tag. Was gibt es zum Frühstück? Was schaue ich als Erstes an? Wie komme ich dahin? Welches Restaurant ist am Besten? Party oder Chillen am Abend? Wo geht es als Nächstes hin?

Viel habe ich nicht gesehen, nur ein paar Örtchen im Norden. Mit dem Slowboat lande ich in Luang Prabang, wo ich drei Nächte bleibe. Anschließend geht’s nacht Vang Vieng für ebenfalls drei Nächte und aufgrund meiner nichtvorhandenen Vorbereitung mache ich noch einen Abstecher in die Hauptstadt Vientiane, um mein Visum für Vietnam zu beantragen.

Das Highlight meiner Reise durch Laos war neben dem Slowboot definitiv die Wanderung bzw. das Klettern (in Flipflops) auf einen Aussichtspunkt – keine Wegbeschreibung, mitten im Jungle, niemand hier außer ich und Jesse, meine Reisebegleitung…

…You never never know if you never never go…

 

Mit dem Boot reist sichs lauter

…UND FLIEGEN IST WAS FÜR ANFÄNGER…

 

Nach 2 Monaten Thailand geht’s nun mit einem lachenden und weinenden Auge ins nächste Land: Laos! Das stand zwar nicht auf dem ursprünglichen Plan – aber schließlich beginnen Abenteuer dort, wo Pläne enden (@Chicks – das Armband nehme ich nie wieder ab – ich werde mir diesen Spruch noch auf den Arsch tätowieren lassen 😂)

Mittels 30 US Dollar (entspricht etwa 30 €) erkaufe ich mir die Einreise nach Laos. Ich schwinge mich und mein Gepäck auf das Slowboat und über den Mekong, der anfangs die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet und später in das Landesinnere führt. Tag 1 meiner Reise endet nach sechs Stunden Bootsfahrt in Prabeng. Viel passiert hier nicht mehr, Hotel suchen (Dank meines exzellenten Orientierungssinns wird aus einem 5 Minuten Fußweg, eine halbe Stunde – ich hab ausversehen nach dem falschen Hotel gesucht (das ist erst im nächsten Ort an Tag 2) – wenn man so oft das Bett wechselt, wie ich in den letzten Monaten, kann man schon einmal durcheinander kommen), Abendessen und ins Bett. Morgen geht’s früh raus…

Gääähhhhnnnnn – Am zweiten Tag komme ich erst kurz vor knapp aufs Boot und muss zur Strafe auf dem Boden sitzen – macht aber nichts – später gesellen sich auch Andere zu mir auf dem Boden – wir quatschen, trinken, essen, spielen Karten und vertreiben uns die Zeit. Nach und nach steigen immer mehr Einheimische ins Boot. Wir unterhalten uns mit Händen und Füßen.. Mit dabei ist auch ein Schwein (lebendig! – aber sicher nicht mehr lange…uuppsss… sorry an die Vegetarier), ganz viel Reis und eine Menge anderer interessanter Sachen, die man so von A nach B schleppen kann..

„Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist schön“ 

Das kleine Backpacker-Dorf Pai…

…VERLIEBT IN PAI… 

Pai-aussicht

Pai ist einfach so großartig, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann (bzw. ich keinen Tag für einen Reisebericht opfern will). Der Canyon ist für mich wie der Strand – ich würde am Liebsten da übernachten, wenn ich ein Zelt hätte.. Ich bin hier zum Sonnenaufgang (ganze zwei Mal gegen 5 Uhr aufstehen) und fast jeden Tag zum Sonnenuntergang. Es ist etwa eine zehn- bis fünfzehnminütige Mopedfahrt, aber irgendwer findet sich immer, der mitfährt… Zum Sonnenaufgang kann man hier die Einsam- bzw. Zweisamkeit genießen und beim Sonnenuntergang trifft man dann Hinz & Kunz. Pai ist wie ein Dorf, eine Familie, ein Zuhause! Kein Wunder, dass hier einige Reisende hängen bleiben.. Der Abschied fällt schwer! Aber seht selbst, Bilder sagen wieder einmal mehr als tausend Worte – tadaaaaa:

Das Reisen auf Reisen…

…DREI…ZWEI…EINS…GRÜN…

thailand-karte

Heute lasse ich euch mal an jeder Kleinigkeit meiner Gedanken teilhaben… Zwei Tage quer durchs Land lassen ausreichend Zeit zum Denken & Schreiben zu…

Wie ein richtiger Low Budget Backpacker verzichte ich auf den Luxus im Flieger. Meine erste Wahl ohne überhaupt abzuwägen ist natürlich der Bus *Räusper* *Räusper*…. Doch Halt! Stop! Von der Insel (Koh Tao) geht’s natürlich erst mal mit dem Schiff auf’s Festland. In Chumpon angekommen, springe ich in den nächsten „Flixbus“. Das erste Mal kein Minibus, sondern ein richtiger Luxusschlitten – eben so wie ein Flixbus, nur ohne Steckdosen, WLAN, Klopapier auf dem Klo, ein paar Jahre mehr auf dem Buckel, entsprechende Abnutzungserscheinungen und einer eisgekühlten Klimaanlage statt Heizung. Was sind schon neun Stunden?! Im Bus sitzen zu 99 % Touristen, neben mir sitzt gefühlt der einzige Thai. Immer noch müde und von den ausschweifenden Gesprächen mit meinem Sitznachbarn (Nicht!) ganz trockenen Mund, steige ich in der Khao San Road in Bangkok aus dem Bus. Bei meinem letzten Haupstadt-Besuch habe ich auf den Besuch der Partystraße bei Nacht verzichtet – dieses Mal muss ich mittendurch statt nur vorbei! Es gleicht ein bisschen der Partymeile in Koh Phi Phi, nur fünf Mal so groß und ohne die Spielchen und ohne Strand-Flair. Ein kleiner Kulturschock in meiner aktuellen Verfassung. Ich checke in meinem Hostel ein, buche noch schnell die Weiterfahrt für morgen und gehe zu Bett.

Am nächsten Morgen stehe ich frohen Mutes auf und gehe meiner Morgentoilette  nach, um festzustellen, dass das Wasser im ganzen Haus ausgefallen ist – na toll! Überall gibts Reserve-Kübel, nur Bangkok ist für solche Fälle scheinbar nicht vorbereitet. Eine kleine Wasserflasche habe ich noch, sodass ich mir zumindest die Zähne putzen kann. Das Internet scheint auch auf Sparflamme, sodass ich kein Hostel für Chiang Mai reservieren kann. Naja, mach ich mich eben vor Ort auf die Suche…

Die Khao San Road sieht halb neun Uhr morgens aus wie ausgestorben. Nach der akademischen viertel Stunde bringt mich ein Taxi zur Big Busstation. Der Taxifahrer drückt mir ein Ticket in die Hand, zeigt mir den Weg in den Busbahnhof, sagt „Tutituu“ und verabschiedet sich. Wisst ihr, was er meint?! Zugegeben, ich brauche kurz, eh ich schnalle, dass er „twentytwo“, also die Haltestelle mit der Nr. 22 meint… 😂 Thai-Englisch ist schon echt süß…

Nr. 22 gefunden stolziere ich zielstrebig zum Busfahrer, der sich gerade mehr für das Gepäck als für mich interessiert. Durch die Fensterscheiben gelunscht, entdecke ich hier nur Einheimische… Ist das der richtige Bus? Der Busfahrer spricht kein Englisch, bis ich Chiang Mai sage. Darauf hin beachtet er mich kurz und nimmt mein Gepäck. Ich steige in den Bus und bin ein wenig überrascht. Bin ich die Einzige Ausländerin? Ich setze mich hinter einen Mönch, der es sich in der ersten Reihe ganz oben im Doppeldecker-Bus gemütlich gemacht hat. Ich habe gehört, dass Frauen Mönche nicht anfassen dürfen… tzzz…. ich schau an mir herunter und ärgere mich prompt, dass ich nicht die lange Hose angezogen habe – aber wenigstens meine Schultern sind bedeckt, dann ist’s nicht ganz so respektlos den Buddhisten gegenüber…. Ich fühle mich trotzdem unwohl… Ich konnte ja auch nicht ahnen, dass hier keine Touris mitfahren. Wobei, drei Personen finde ich dann doch noch.

Darunter ein Israeli, der gefühlt schon die ganze Welt gesehen hat und natürlich… was sonst…. zwei Deutsche! Wahnsinn… die sind echt überall! In der Mittagspause quatschen wir ein wenig – ich setze mich zu den Dreien, ich wollte schließlich nicht die Thais verschrecken… Das Pärchen kommt aus Münster, reist seit Mai letzten Jahres durch die Gegend, hat noch ein Jahr vor sich und will nicht nach Chiang Mai, sondern steigt schon vorher aus um nach Myanmar weiter zu reisen. Beim Bestellen vergesse ich mal wieder zu fragen, ob es „spicy“ ist… mittlerweile gewöhnt sich mein Gaumen schon an das „a little bit spicy“ – was so viel bedeutet wie: Nicht scharf für Thais und sehr scharf/ grenzwertig für warmduschende Touristen wie mich…

Nach der halbstündigen Mittagspause (was übrigens die einzige Pause ist) nehme ich wieder neben meinem Sitznachbarn Platz, der die ganze Fahrt über weder etwas trinkt noch isst, sich kaum einen Zentimeter mit seiner Tasche auf dem Schoß bewegt – lediglich ab und zu kaum merklich telefoniert. Da fällt mir ein, dass die Thais sich in 12 Stunden nicht ein bisschen die Beine vertreten wollen und so still an einem Fleck sitzen können, weil sie vielleicht alle der Meditation mächtig sind. Da lernt man doch sowas? Still sitzen und ruhig verweilen… Eat.Pray.Love. nur ohne Eat und ohne Love…

Vielleicht sind auch alle so entspannt, weil sie wissen, was auf sie zukommt. Wie die Autofahrer vor einer Ampel. Hier zählt nämlich ein Countdown die Sekunden herunter bis grün ist und anschließend wie lange noch grün ist. Eine super Erfindung! Ok, wenn es von 200 runter zählt, dann will ich es vielleicht eher nicht wissen, wie lange noch rot ist…

Ach keine Ahnung, wahrscheinlich geht nur meine Fantasie mit mir durch. Zwei Tage unter Batteriesparmodus, ohne Internet, wenig Wasser und auf einer Stelle über Stunden in Stille verharren, macht wirre Gedanken…

In Chiang Mai muss ich mich gleich mal um ein Meditationsseminar erkundigen. Das hilft mir sicher für das Reisen auf Reisen….

 

P.S.: Noch eine Beobachtung am Rande: Im späteren Verlauf der Fahrt steigen die Einen aus, die anderen ein. Darunter auch eine Gruppe junger Soldaten. (Was mich an Israel und die Busfahrt von TEL Aviv nach Jerusalem erinnert – nur dass diese hier alle männlich sind und keine Maschinengewehre dabei haben) Ein recht aufgeweckter Träger des Royal Thai Army Aufnähers sitzt schräg vor mir, was mir den perfekten Blick auf sein Handydisplay gewährt. Von Ballerspielen (Haben die nicht schon genug?! – die Jugend von heute ;)) über einen stark weiblich beeinflussten Facebook Newsstream, der bei freizügigen Bildern auch mal näher ins Visier genommen wird, schreibt er ausgiebig mit seiner Freundin, die mit Smileys und Herzchen überschüttet wird – ich vermutet zumindest, dass es immer die Gleiche ist 😜  Ganz normale Jugend eben, wie bei uns auch… um darauf zurück zu kommen, was ich mit meinen Ausschweifungen herauszufinden versuche…

Koh Tao – Klein aber Oho…

…DIE LETZTE INSEL – VORERST…

 

Nachdem mein gewünschtes Billig-Obenohne-Hostel (später mehr dazu) ausgebucht ist, komme ich die erste Nacht im Gecko Republic Jungle Hostel unter. Der Name ist nun ja… gar nicht meins, aber ich habe schon mehr Geckos in anderen Hostels gesehen als hier und langsam gewöhne ich mich dran. Das Besondere: Sogenannte Kapselbetten – wirklich cool und so bequem wie im 5-Sterne-Hotel! Ich bekomme sogar zwei Kissen, ein Weiches und ein Hartes und schlafe wie auf Wolken…abgesehen von der viel zu kalt eingestellten Klimaanlage – aber das ist ja nichts Neues. Meine Mitmenschen müssen mich wohl dauerhaft mit schniefender Nase und nervigen Husten ertragen…

Kaum angekommen, mache ich gleich Bekanntschaft mit ein paar Leuten, mit denen ich am Abend essen (heute zeige ich euch mal ein paar kulinarische Auszüge – das Essen ist zum Anbeißen hier.. 😛 ) und ein wenig am Strand feiern gehe. Doch vorher erkundige ich wie immer auf eigene Faust die Gegend. Koh Tao ist ziemlich bergig, was mich gut ins Schwitzen bringt. Aber einen Roller miete ich mir nicht, unnötiger Luxus – die Insel ist so klein, dass man alles erlaufen kann, wenn man nur will. Und nach meiner letzten Aktion…naja…

 

Meine gestrigen 14.000 Schritte kann ich heute noch einmal übertrumpfen. Das Ziel: Canopia – mein neues Hostel für die nächsten fünf Tage. Das Besondere hier: Der Schlafsaal ist auf einem Dach mit Meerblick (selbstverständlich!) und ist weitestgehend offen. Vor Krabbeltieren bin ich durch ein Moskitonetz geschützt – also alles gut… Von einem zum anderen Hostel brauche ich laut Navi eine halbe Stunde – also Rucksack aufgesetzt und in die Spur.. Aus einer halben Stunde werden schlussendlich zwei Stunden – ich und mein Orientierungssinn…tzzz… Nicht tragisch, so kann ich gleich die neue Gegend abchecken und die Polizei kennenlernen. Die sind meine letzte Rettung! Ich hätte es sonst nie gefunden… Aus Mitleid geben sie mir gleich noch eine Flasche Wasser mit – dein Freund und Helfer eben 😀

 

Die nächsten Tag unternehme ich mal was mit Jule, mal mit meinen Zimmergenossen, mal was mit denen aus meinem vorigen Hostel und schlendere durch die Insel (Erfolgreichster Tag: 22.144 Schritte), verstecke mich vorm Regen (2 Tage Regen!! – dumm nur, dass das Wasser ins Dachterrassen-Zimmer hineinregnet, aber das schweißt nur mehr zusammen – und ist eigentlich recht lustig, wie wir so gefangen sind in unserem Zimmer auf dem Dach) und verwöhne mich mehr oder weniger kulinarisch…