Die Gardenroute

Gardenroute

… EINE SPONTANE WOHN- & FAHRGEMEINSCHAFT ZU DRITT …

Kurzer Hand überrede ich Bruce (kennengelernt in meinem zweiten Kapstadt-Hostel: Atlantic Point) und Vicki (kennengelernt in Low Budget Hostel Nr. 3 in der Long Street) gemeinsam einen Roadtrip entlang der Gardenroute zu machen. Zehn Tage (vom 13. – 22. Juni) geht es gemeinsam von Kapstadt Richtung Port Elizabeth.

Erster Stop ist in Gaansbay (direkt am Meer zwischen Hermanus und Mossel Bay). Das gute an der Nebensaison ist – wir haben ein ganzes Apartment nur für uns – mit Billiard-Tisch, Küche, zwei Badezimmern und das Beste, der Kamin ist gleichzeitig ein Grill – ja richtig – wir haben einen Steinofen-Grill im Wohnzimmer! Der Oberhammer, oder?!

…Frau mit Grill sucht Mann mit Kohle…

Das Meer ist ein bisschen unruhig und wir müssen einen Tag länger auf unsere Tauchaktion warten. Kein Problem, wir fahren spontan an den wirklich südlichsten Punkt Afrikas – nein, das ist nicht das Kap der guten Hoffnung, sondern Cape Agulhas. Hier treffen der Indische – und der Atlantische Ozean aufeinander – schon irgendwie beeindruckend! Bis auf zwei andere Touristen, ist hier weit und breit niemand zu sehen.

Neuer Tag – neues Glück! Heute gehe ich auf Knutschkurs mit einem ganz besonderen Freund…

“GO DOWN!!! NOW!!!” Ich war noch gar nicht bereit, so ein Stress! Ähhh – ok – Luft holen, anhalten und abtauchen – kaum unter Wasser kommt ein Hai direkt auf mich zu geschwommen! Ich konnte sie alle sehen – bis zum letzten Backenzahn. Die Kamera in der Hand vergesse ich glatt meinen Zeigefinger Richtung Auslöser zu bewegen! Fuck – das war Wahnsinn! Total überwältigt, weiß ich gar nicht, ob ich noch einmal abtauschen will… Ok, nicht zu viel darüber nachdenken, einfach machen – Luft holen, anhalten und abtauchen. Die nächsten Male kann ich neben dem Kopf auch den ganzen Körper der Haie begutachten – sie schwimmen ganz lässig am Käfig vorbei. Ich kann ein bisschen mehr entspannen, wobei ich nicht genau weiß – wohin eigentlich mit meinen Armen und Beinen…

nur ein Stück außerhalb vom Käfig und meine erste Bekanntschaft verspeist mich zum Mittagessen…

Den genialen Indoor-Grill lasse ich schweren Herzens hinter mir (wäre ich allein unterwegs, hätte ich hier noch ein paar Tage dran gehangen und euch direkt an meinen Abenteuern teilhaben lassen. Aber irgendwann finde ich schon Zeit für meinen Blog – auch wenn es erst in Neuseeland ist…HAHA).

Keine Zeit verlieren, weiter geht’s nach Mossel Bay (Siehe Karte oben). Hier liegt der Hund begraben und nach nur einer Nacht zieht es uns weiter naaaaachhhhh Wilderness. Hier ist es richtig schön – und das Beste – das Zimmer hat eine Heizung – finally. Schon das ist ein Grund, länger zu bleiben.

Lass dich nicht unterkriegen – sei frech und wild und wunderbar…

In Wilderness ist der Name Programm! Auch hier ist nicht viel los, außer Cricket spielender Rentner und einer süßen kleinen Bar. Nach meinem letzten Glas Wein (ok, es waren vermutlich 5 letzte Gläser…) und neuen Bekanntschaften, an die ich mich am nächsten Tag nur noch schwach erinnern kann, führt uns Vicki – die Jüngste, aber Vernünftigste der Runde – wieder zurück in unser kuschelig warmes Hostelzimmer.

Mit einem gescheiten Hangover geht es am nächsten Tag nach Oudtshorn ins Landesinnere. Noch nicht ganz nüchtern und Macht der alten Gewohnheit, fahren wir ein Weilchen auf der rechten, statt der linken Spur… aber ich kann euch beruhigen.. nix passiert und nein, nicht ich bin gefahren, nach einem kurzen Schreck sind wir alle wieder wach und bereit für das nächste Abenteuer.

Erster Stopp ist eine Ostrich-Farm – zu deutsch hier gibt es Sträuße und zu meiner Überraschung auch zwei Giraffen. Meine beiden Begleiter schwingen sich nach kurzem Zögern auf einen der Sträuße und reiten diesen für gefühlte dreißig Sekunden. Ich, als derzeitiger Semi-Vegetarier lasse dieses Abenteuer ausnahmsweise mal aus.

Giraffen brauchen nur eine halbe Stunde Schlaf. Würde ich so wenig schlafen, hätte ich auch so einen Hals… (webfail.de)

Die nächste Aktion lässt nicht lange auf sich warten. Die beiden überreden mich eine Höhlen-Abenteuer-Tour zu machen. Nach den gefühlten zehntausend Höhlen in Asien, habe ich mir eigentlich geschworen, kein Geld mehr für Höhlen auszugeben, aber gut.. in Afrika habe ich ja noch Keine von innen gesehen. Und ich kann nur sagen: Vielen Dank liebe Vicki! Es war wirklich eine Abenteuer-Höhlen-Wanderung vom Feinsten – nix für Klaustrophobiker oder Übergewichtige – ich bin Gott sei Dank nicht stecken geblieben – doch noch schlank und rank genug…puhhh…

Fürchte dich nicht langsam zu gehen, Fürchte dich nur stehen zu bleiben…

Keine Zeit für Pausen, denn es geht schon wieder weiter nach Plettenberg! Hier habe ich meinen absoluten Lieblingsplatz gefunden: Ein Badezimmer vom Allerfeinsten! Luxus pur für kleines Geld. Das Hostel war ausgebucht und nur noch die Suite stand zur Verfügung – traurig, ich weiß— Der Inhaber ist ein Schatz und gibt uns diese für den Dorm-Preis! Ein Traum wird war – schwuppdiwupp verziehe ich mich für ein paar Stündchen ins Badezimmer und genieße die Aussicht ganz für mich alleine… Nach 5 Monaten Low Budget Reise kommt mir das gerade sehr gelegen. In diesem Hostel könnte ich ewig bleiben. Nachdem mir der Inhaber einen Job anbietet, überlege ich tatsächlich ein paar Wochen zu bleiben, aber… hier ist es mir dann doch zu kalt und ich ziehe weiter…

Vorletzter Stopp ist das Island Vibe in Jeffreys Bay. Hier gibt es heiße Surferboys, Luxus für die Haare, und Golf für Amateure. Es ist wirklich cool, aber zugegebener Maßen gehen wir uns alle langsam auf den Keks. 24 Stunden aufeinander hocken war noch nie mein Ding und ich freue mich zugegebener Maßen schon auf den letzten Stop in Port Elizabeth.

Für unseren “Fahrer” endet hier der Urlaub und es geht zurück in die Heimat. Und wie geht es für mich weiter?

Mein Motto ist und bleibt: Der Plan ist, keinen Plan zu haben.

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