Vom Wein zum Bier…

ZWEI TAGE, GEWINNEN, GENIEßEN, VERKOSTEN & VERLIEREN…

Als ich das letzte Mal in Dunedin war, hat es geschifft wie aus Kannen… Dieses Mal bin ich bin weniger draußen unterwegs – ein bisschen Sightseeing natürlich, ein Casinobesuch und zwei Brauereibesichtigungen.

Nachdem ich nun Tag für Tag im Casino arbeite, wollte ich zumindest einmal selbst die Erfahrung machen.

Sicherheitshalber setze ich mir ein Budget: $ 50! Nachdem ich diese schon in der ersten halben Stunde verliere und es langweilig ist, nur anderen dabei zuzusehen die Chips auf dem Roulette-Tisch zu verteilen, setze ich erneute $ 10 und nochmal $ 20. Am Ende gehe ich mit $ 30 nach Hause ( Die erstem $ 50 habe ich verloren). Mein Fazit?

Als ich die ersten $ 50 verloren habe, wollte ich diese um jeden Preis wieder zurück gewinnen. Die Zeit ist schnell vergessen, ein bisschen Verzweiflung und natürlich Neid, wenn die Person neben dir, sich vor Chips kaum retten kann. Wenn man einmal gewinnt, will man immer mehr und mehr und weiß nicht, wann aufzuhören – das habe ich mir sagen lasse, hier spreche ich nicht aus eigener Erfahrung 😉  Vom Geld mal abgesehen, macht es Spaß ein bisschen zu „pokern“.

„Wie? Du bist Deutsche und trinkst kein Bier? Wie ist das möglich?“

Am nächsten Tag gehts auf Bierverkostung – generell ja nicht so mein Fall. Aber nachdem ich ja schon im Erdinger Weißbräu war, ist es ein guter Vergleich. Übrigens: ein paar Inhaltsstoffe sind aus Deutschland importiert…

 

 

P.S.: Ich habe mich jetzt mehr auf das Lotto spielen konzentriert – ein Versuch ist’s wert… Ich gebe nicht auf – frei nach dem Motto: Vom Tellerwäscher zum Millionär…

Indonesien

 

SÜDOSTASIEN, ICH BIN ZURÜCK…

Oh mein Gott, wie habe ich mich auf Sonne, Strand, Meer, Hitze, Verkehrschaos und gebratenen Reis gefreut.. Ich kann es kaum glauben, nach 24 Stunden on Tour, bin ich endlich da, wo ich hingehöre – für die nächsten zehn Tage. Aaaaaber erstmal schlafen…

Überglücklich, endlich wieder zu schwitzen, sprinte ich aus dem Bett und rein ins Getümmel. Ich habe keinen Plan, außer Chillen, runterkommen und Kraft tanken für den nächsten großen Meilenstein meiner Reise.

Urlaub vom Urlaub – das ist das Motto für die kommenden Tage!

Ganz schön schwer, will ich die Zeit hier doch auch nutzen… So reise ich doch ein bisschen mehr als zuerst geplant. Von Padangbai gehts direkt per Schnellboot nach Gili Air, eine kleine Insel nur einige Stunden von Bali entfernt. Die Reise mit dem Boot wie immer in Asien langwierig und nie nach Plan, aber ich bin relaxt und übe mich in Geduld.

Gili Air ist super süß, genau nach meinem Geschmack. Keine Autos, alles zu Fuß erreichbar und eine relaxte Atmosphäre überall. Trotz, dass es Hauptsaison ist, ist eigentlich kaum was los – super angenehm. Nachdem ich die Insel nun schon mehrfach umrundet habe wird’s dann auch wieder Zeit fürs Festland.

Bali, ich komme zurück…

…und direkt nach Canggu – hier wird gefeiert bis zum Morgengrauen! Und weiter nach Ubut. Hier gibt’s keinen Strand, da es im Landesinneren liegt, aber es regnet eh mehr als erhofft, viel brauner werde ich nun eh nicht mehr. Ubut ist super schön, ich spaziere ein bisschen umher, gehe essen und mache nicht wirklich viel außer eine Tour auf den Vulkan – so wie ursprünglich geplant. Das Wetter ist leider nicht so der Burner, sodass ich vom Vulkan selbst nicht viel zu sehen bekomme.

Aber Wurscht! In Neuseeland gibts schließlich auch Vulkane! Schnell buche ich noch die ersten zwei Nächte in Queenstown und rein in den Flieger…

 

 

P.S.: Noch eine „Typisch Sara“-Story zum Schluss: An meinem zweiten Strandtag gehe ich an den White-Sand-Beach. Weißer Strand, eine kleine Bucht, kaum Leute – wie in meinen besten Träumen! Ich reiße mir die Klamotten vom Leib und flitze ins Wasser! Die erste Welle erwischt mich gleich richtig: Mein Oberteil verlässt die zu bedeckenden Körperteile und mein Höschen füllt sich mit – ungelogen – einem Kilo Sand. Noch im Wasser, versuche ich schnell wieder alles zurechtzurücken – doch, auf eine Welle folgt die Nächste. Der Sand sammelt sich in den Inlets meines nicht wirklich hochwertigen Bikinis. Ich kann nichts machen außer alles festzuhalten und zurück an den zu Strand laufen. Zum Glück kennt mich hier niemand. Ich bedecke mich mit meinem Sarang (auf dem Handtuch liege ich ja) ziehe unauffällig alles aus, entferne den Sand und ziehe mich gerade rechtzeitig wieder an, bis sich ein Bekannter aus dem Hostel zu mir gesellt… Oh man… Stress pur, kann ich euch sagen!

 

 

Durban

 

… UND DIE 4 ELEMENTE…

In Vietnam cruise ich mit dem Motorrad von Nord nach Süd, in Nepal wandere ich den Annapurna hoch und wieder hinunter und in Südafrika reise ich von Westen nach Osten an der Küste entlang. In allen drei Ländern treffe ich hier und da immer wieder auf die gleichen Leute – auch ganz ohne Absprache. Das heißt, besser immer Freunde statt Feinde machen..

 

Das ist die perfekte Welle. Das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen. Denk am besten gar nicht nach…

In meiner vorletzten Destination Chintsa habe ich die Schweizer Andrea und Manuel kennengelernt. Auch in Coffee Bay treffe ich die beiden wieder und wir quatschen über die nächsten Stationen. Wie immer ohne Plan weiß ich nur, ich will nach Durban, ans Meer und hoch hinaus.

Da Manuel in Südafrika die Liebe zum Surfen für sich entdeckt hat, weiß er, dass ganz in der Nähe von Durban ein weltweiter Surfwettbewerb stattfindet – in Ballito. Da brauche ich gar nicht lange überlegen, springe ins Auto und checke kurzer Hand ins Monkey Bay Backpackers ein. Der Inhaber ist super cool, die Atmosphere tiptop, der Strand in Sichtweite und  heiße Surfer wohin das Auge reicht. Ein riesen Event – eine ganze Woche lang! Jeden Tag am Strand chillen und den Surfern beim Wellenreiten zusehen. Leider hat es mich gleich in der ersten Nacht erwischt, weshalb ich den Strand nur in langen Hosen, Socken, dicken Pulli und Mütze besuche während sich alle anderen halbnackt in der Sonne ahlen.. scheiß drauf – Hauptsache Strand, Meer und Entertainment…

 

Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle…

Abends heizen wir uns beim typischen Brai (Grillen auf Südafrikanisch) gemütlich ein oder gehen feiern in den nahegelegenen Clubs, die aufgrund der Ballito Pro auch rappelvoll sind – zugegeben, eher mit 18jährigen Surfern, aber das ist ja in Deutschland auch nicht anders, zumindest das Alter – Surfer sind da ja eher rar…

 

Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger…

Ich bin nur mit einem Seil an meinen Beinen bestückt von der Brücke gesprungen, dagegen ist der Sprung aus dem Flieger mit einem Profi im Rücken doch ein Kinderspiel.

Doch schon der Weg zum Durban Skydive Center ist nicht gerade einfach für zwei orientierungslose Mädels irgendwo im nirgendwo. Wir brauchen statt einer Stunde anderthalb, verpassen unseren Sprung am Morgen und müssen warten bis alle anderen gesprungen sind. Das Beste kommt halt eben zum Schluss, nicht wahr, Andrea?!

Es ist traumhaft schön und könnte noch viiiiiiiel länger gehen. Ich fliege den Gleitschirm später sogar selbst (Siehe Fotos). Da braucht man ganz schön Muckies. Fliegen macht süchtig. Definitiv Wiederholungsbedarf!

Ein Abenteuer jagt das Nächste! Denn auf dem Rückweg geht uns das Benzin aus.. uuuupsiii… da habe ich wohl etwas übersehen… Am Seitenstreifen wartend, bringt uns Baywatch-Hero Manuel glücklicherweise das rettende Benzin – Besten Dank!

 

Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zu wenig Glitzer…

Nach einer Woche Ballito heißt es schweren Herzens Auf Wiedersehen liebes Meer und weiter geht’s…

 

Chillen in Chintsa

 

…AB VOM SCHUSS LÄSST ES SICH AM BESTEN AUSHALTEN…

Nach den letzten dreieinhalb Wochen Stress – ja, auch Reisen kann stressig sein – gönne ich mir mal eine kleine Auszeit von der Auszeit – Ausruhen im nirgendwo. Das Buccaneers Backpackers in Chintsa ist dafür der perfekte Ort. Alles, was ich brauche, ist Sonne, Strand, Meer und ein Zimmer mit Aussicht. Check!

Jeden Tag um 16 Uhr gibt es Wein for free, danach wird gekocht und dann noch ein, zwei, drei… Runden Billard. Genau nach meinem Geschmack…

Ein bisschen Action gibt’s dann aber doch noch: Am Wochenende steigt eine Mega Party für die Einheimischen der Umgebung. Nach dem 16 Uhr-Wein machen wir uns zu viert auf den Weg zur Party. Diese steigt auf der anderen Seite des kleinen Örtchen.

Da der Wasserspiegel am Abend angestiegen ist, bleibt uns nur, das Kanu zu nehmen. Zu viert, mit Handy-Taschenlampe bestückt, in einem Zweier-Kanu ohne Paddel schaffen wir es gerade so trocken auf der anderen Seite anzukommen. Jetzt müssen wir nur noch über den Strand und den Berg hoch bis zur Party-Location. Adrian, unser einheimischer „Guide“ fragt spontan ein älteres Pärchen (um die 50 Jahre alt), ob sie uns mit auf den Berg nehmen können. Die Leute hier sind einfach unglaublich nett – also quetschen wir uns zu viert auf die Rückbank des silbernen Renault Twingos.

Die Party ist genial – eine Open-Air-Party in einer riesigen Pizzeria auf dem Berg. hier feiern natürlich nur Weiße – schon irgendwie seltsam, wenn man bedenkt, dass im nicht weit entfernten Township Hunderte Dunkelhäutige leben…

Chillen ist die Kunst, sich beim Nichtstun nicht zu langweilen…

Bevor wir Chintsa verlassen, machen wir noch eine Quad-Safari. Ich finde ja, dass beides nicht so wirklich zusammenpasst. Wenn ich an Quads denke, stelle ich mir vor, wie ich mit 50 Sachen über Stock und Stein bergauf und -ab düse. Und eine Safari? Stop- and Go durch die Prärie, Fotos hier – Fotos da… Naja, ich lasse mich dann doch überreden…

Kapstadt Teil 2

DRINK. EAT. DRINK. SLEEP. REPEAT.
(Trinken. Essen. Trinken. Schlafen. Wiederholen.)

 

12 Tage in einer Stadt klingt langweilig, aber wer schon einmal in Kapstadt war, weiß das ist trotzdem noch zu kurz. Ich will hier leben.. Und wisst ihr was? Vielleicht mach ich das auch irgendwann..

“Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.”
Johann Wolfgang von Goethe

Die 12 Tage verbringe ich in drei verschiedenen Hostels. Warum? Jeder Ort hat das Potential hammermäßig zu sein, erst recht mit einem coolem Hostel. Entscheidend sind die richtige Lage, die sozialen Faktoren wie Aufenthaltsraum, Küche, Abendprogramm und Tagesausflüge. Ich habe mittlerweile schon meine eigene Taktik entwickelt, die passenden Unterkünfte zu finden. In Kapstadt ist das “Atlantic Point” definitiv mein Highlight.

Ich lerne hier wahnsinnig tolle Leute kennen, mit denen ich den Tafelberg erklimme, durch Kapstadts Süden cruise, Südafrikas Weine ausgiebig teste und mich hemmungslos betrinke. 

An die Weine auf der Weintour kann ich mich zugegebenermaßen nur noch schwach erinnern, aber eins kann ich sagen: Es waren viele und Käse gab es auch. Ach und zwischendurch gab es auch noch eine Bier-Verkostung, die ich glücklicherweise in einer Schokoladen-Fabrik verbringen und mich von zartbitter, über Vollmilch mit Chili und Weißer Schokolade mit Himbeeren und Keks vollstopfen konnte.

So sieht ein perfekter Tag aus – für mich. Check!

Wer von euch mal nach Kapstadt will, dem kann ich nur empfehlen, nicht im Winter zu fahren – also deren Winter. Es ist arschkalt – zumindest wenn man nur Shorts, T-Shirts und Flip Flops dabei hat. Gut, dass es ein riiiiiesiges Einkaufszentrum gibt – direkt an der sogenannten “Waterfront” (Strandpromenade). Auf direkten Weg zum H&M – endlich was, wo ich mich auskenne – Schal und Mütze ergattert und der Vollständigkeit halber noch eine lange Hose und Jacke dazu. Und für verregnete Tage bietet die Waterfront auch noch ein Kino. Da wird’s dann auch gleich wärmer bei Baywatch mit Zac Afron ( für die ältere Leserschaft: David Hasselhoff des 21. Jahrhunderts).

Und weil Wandern bzw. Klettern einfach viel cooler ist als fahren (das Popkorn muss schließlich auch wieder abtrainiert werden), habe ich die Gondel zum Table Mountain nur von aussen gesehen und bin knappe zweieinhalb Stunden auf den berühmt berüchtigten Tafelberg gekraxelt. Den rosa bis violett gefärbten Ausblick auf den Himmel über Kapstadt gibt’s dann auf dem Weg nach unten.

Warum der Tafelberg eigentlich Tafelberg heißt, verstehe ich auch nicht so wirklich – wo doch die deutsche Übersetzung Tisch-Berg wäre…

Als abschließendes Highlight meines Kapstadt-Aufenthaltes mache ich dank Chloé, die hier ein Mietauto hat, noch eine private Peninsula-Tagestour. Hier komme ich in Berührung mit Seelöwen, Pinguinen, Sträußen (also dem Tier), Affen und was sonst noch so frei umher läuft. Dabei darf das Kapp der guten Hoffnung natürlich auch nicht fehlen, wobei hier nicht viel mehr als das Schild zu sehen ist. Nachdem wir vor Hunger fast über die Pinguine herfallen (nein, natürlich nicht) gönnen wir uns alle noch ein delikates Mittagessen, bevor es auch schon wieder dunkel wird…

“I don’t care where we are going, but I prefer lunch before dinner… “
Mir ist egal, wo wir hingehen, aber ich bevorzuge das Mittagessen vor dem Abendessen.
(Zitat Chloé, New Jersey, USA)

 

Kaaaaaapstaaaaaaadt!!!

Welcome

…WELCOME TO THE MOTHER CITY…

Rein in in den Luxus-Flieger  (By the way Qatar Airways kann ich absolut empfehlen und ist ganz oben auf meiner Liste, direkt nach Emirates. Ich habe ganz vergessen zu Schlafen bei der riesigen Filmauswahl) und ab auf den nächsten Kontinent! Nach insgesamt 24 Stunden begrüßt mich auch schon die “mother city“ (Mutterstadt) Cape Town (Kapstadt)…

Nachdem ich meine ersten beiden Tage in Kapstadt Schlaf nachgeholt habe, begebe ich mich auf erste Erkundungstour. Uuuunnnnd schon nach den ersten 150 Metern fragt mich eine Gruppe junger Mädchen, ob sie ein Foto mit mir haben können… und ich dachte das hat endlich ein Ende… In Südafrika bin ich nun wirklich nix Besonderes. Hier geben sich alle Nationen die Hand. Was solls…

12 Tage verbringe ich in Kapstadt und ich könnte noch mindestens 12 Tage dranhängen.. Kapstadt ist einfach genial.

Man kann hier unendlich viel unternehmen, sehr gut essen, lernt super einfach Leute kennen, kann Feiern bis zum Umfallen und aufgrund der noch sehr jungen Geschichte dieser Stadt/ dieses Landes gibt es so viel zu Bestaunen.

Hier kannst du an sogenannten Free Walking Touren (basieren auf Trinkgeld/Spenden-Basis, haben ihren Ursprung passender Weise in Berlin und gibt es mittlerweile in vielen Metropolen der Welt, was ich später erfahre) teilnehmen. Ich habe gleich drei Verschiedene mitgemacht. Die erste war mein Favorit:

The Apartheid to Freedom Tour: Warum sieht man hier so viele gut aussehende Blondinen? Warum sitzen in den Cafés und Restaurants nur Weiße, während die Schwarzen bedienen? Das ist schon irgendwie strange (zu dt.: seltsam)… Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. Erst seit 1994 ist die Rassentrennung hier offiziell Geschichte, aber es ist noch ein langer Weg bis es auch tatsächlich Geschichte ist. In den Stadtzentren wohnen hauptsächlich die wohlhabenden “Weißen” und außerhalb in sogenannten Townships leben die “Schwarzen” in Blech- oder Holzhütten. Ich sollte an diese Bild von Indien gewöhnt sein, aber hier ist es irgendwie anders. In der “mother city” ist die Hautfarbe – also das Aussehen – ausschlaggebend.

“We all pee the same colour.”
(Zitat aus “Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen”. Den Film habe ich mir im Flieger auf dem Weg nach Südafrika angesehen, sehr zu empfehlen und das Zitat irgendwie treffend.)