Chillen in Chintsa

 

…AB VOM SCHUSS LÄSST ES SICH AM BESTEN AUSHALTEN…

Nach den letzten dreieinhalb Wochen Stress – ja, auch Reisen kann stressig sein – gönne ich mir mal eine kleine Auszeit von der Auszeit – Ausruhen im nirgendwo. Das Buccaneers Backpackers in Chintsa ist dafür der perfekte Ort. Alles, was ich brauche, ist Sonne, Strand, Meer und ein Zimmer mit Aussicht. Check!

Jeden Tag um 16 Uhr gibt es Wein for free, danach wird gekocht und dann noch ein, zwei, drei… Runden Billard. Genau nach meinem Geschmack…

Ein bisschen Action gibt’s dann aber doch noch: Am Wochenende steigt eine Mega Party für die Einheimischen der Umgebung. Nach dem 16 Uhr-Wein machen wir uns zu viert auf den Weg zur Party. Diese steigt auf der anderen Seite des kleinen Örtchen.

Da der Wasserspiegel am Abend angestiegen ist, bleibt uns nur, das Kanu zu nehmen. Zu viert, mit Handy-Taschenlampe bestückt, in einem Zweier-Kanu ohne Paddel schaffen wir es gerade so trocken auf der anderen Seite anzukommen. Jetzt müssen wir nur noch über den Strand und den Berg hoch bis zur Party-Location. Adrian, unser einheimischer „Guide“ fragt spontan ein älteres Pärchen (um die 50 Jahre alt), ob sie uns mit auf den Berg nehmen können. Die Leute hier sind einfach unglaublich nett – also quetschen wir uns zu viert auf die Rückbank des silbernen Renault Twingos.

Die Party ist genial – eine Open-Air-Party in einer riesigen Pizzeria auf dem Berg. hier feiern natürlich nur Weiße – schon irgendwie seltsam, wenn man bedenkt, dass im nicht weit entfernten Township Hunderte Dunkelhäutige leben…

Chillen ist die Kunst, sich beim Nichtstun nicht zu langweilen…

Bevor wir Chintsa verlassen, machen wir noch eine Quad-Safari. Ich finde ja, dass beides nicht so wirklich zusammenpasst. Wenn ich an Quads denke, stelle ich mir vor, wie ich mit 50 Sachen über Stock und Stein bergauf und -ab düse. Und eine Safari? Stop- and Go durch die Prärie, Fotos hier – Fotos da… Naja, ich lasse mich dann doch überreden…

Vietnam…

 

… EIN ABENTEUER AUF ZWEI RÄDERN…

Nachdem ich zeitlich mit dem Bloggen hinterher hänge, fasse ich den Monat in Vietnam hier kurz zusammen.. (auch wenn ich Tausende einzelne Stories erzählen könnte – ganze Romane könnte ich schreiben.. ).

Mit dem Bus geht’s Ende März von Laos nach Vietnam! Die 24 Stunden vergehen wie im Flug, lustige Begegnungen, eine Lichtershow vom Feinsten und laute Partymusik in vietnamesisch oder laotisch… keine Ahnung! Alleine das ist ein Abenteuer für sich!

Endstation ist im Norden, in der Hauptstadt. Hanoi ist eine meiner Lieblingsstädte Vietnams. Der Verkehr ist wild, die Cafés einzigartig und das Nachtleben vielseitig. Ich liebe es durch die Straßen zu schlendern und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Und weil’s so schön ist, verschlägt es mich gleich zweimal in die Hauptstadt. Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, hier zu leben. Viele Native Speaker unterrichten hier Englisch. Gesucht wird wie verrückt. Wenn ich meine Englisch perfektioniert habe.. wer weiß… vielleicht komme ich hierher zurück…

Zwischenzeitlich mache ich dann aber einen Abstecher nach Sapa in die Berge. Das kleine Örtchen ist wunderschön – allerdings ist es arschkalt (für meine verwöhnten Verhältnisse der letzten zweieinhalb Monate), es regnet jeden Tag und ich ziehe vermutlich eine Stinkwolke hinter mir her, weil ich jeden Tag die gleichen Sachen anhabe (habe ja nicht so viel Warmes dabei)…

 

Bei meinem zweiten Besuch in Hanoi beschließe ich kurzer Hand mir ein Motorrad zu kaufen und gen Süden zu düsen. Wie man Motorrad fährt? Keine Ahnung – vom Führerschein ganz abgesehen. Frei nach dem Motto: Learning by Doing! Schließlich bin ich mittlerweile Profi auf dem Moped und im Auto sowieso – so schwer kann das ja nicht sein…

Am 2. April geht’s dann auch endlich los und ich rase auf dem Ho Chi Minh Trail, Highways (nicht zu vergleichen mit deutschen Autobahnen – Geschwindigkeitslimit! Tzzz) nach Saigon (der alte Name Ho Chi Minhs)! Meinem deutschen Rennfahrer-Image werde ich auch hier gerecht – volle Kraft voraus! Diamond und ich werden schon bei der turbulenten Fahrt durch Hanoi beste Freunde. Wir verbringen etwa 2.000 Kilometer und drei Wochen jeden Tag zusammen.

Start: Hanoi

 

Station 2: Ninh Binh
Traumhafte Landschaft zwischen Felsen und unberührter Natur

 

Station 3: Phong Nha
Und zwei Zwischenstopps in Nationalparks, Irgendwo im nirgendwo

 

Station 4: Hué
Servicestopp für Diamond, Streetfood und ein verlassener Wasserpark

 

Station 5: Hoi An – mein Favorit
Zig Cafés und Shops, Tausende Lampions und herrliche Strände (mit dem Bus geht’s nach Nha Trang, die Motorräder landen im Gepäckraum – sowas gibt’s auch nur in Asien)

 

Station 6: Nha Trang
Strand inmitten des Touristentrubels, schnell wieder weg

Nha-Trang-Dachterrasse

 

Station 7: Dalat
Hier gibt’s was für meine Abenteuerlust: Canyoning und eine Labyrinth-Bar und am Abend heißt’s zurücklehnen im Kino für nur 2 Euro pro Person

 

Station 8: Mui Né
Hier haben mich die Sandfliegen am Strand erwischt, juckt auch drei Wochen später noch.. *kratz kratz*

 

Endstation: Ho Chi Minh City
Big City Life und Ausflug ins Mekong Delta

In Ho Chi Minh City heißt es dann leider wieder Abschied nehmen – für mich der schwerste Abschied meiner Reise bisher. Diamond flitzt nun mit einem Niederländer von Süd nach Nord!

Alles Gute and shine bright like a Diamond…

Laos – unbekanntes Land zwischen China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar

…Berge ohne Schnee und Hitze ohne Strand…

Laos stand nun so gar nicht auf meinem Plan. Und um ehrlich zu sein, wusste ich bis vor Kurzem nicht einmal, wo Laos liegt. Aber das ist genau das, was das Reisen so besonders macht – Spontane Planänderungen, neue Orte, Reisebekanntschaften und das Unvorhersehbare.

Die Natur in Laos ist atemberaubend – schwer, das in Bildern festzuhalten. Zugegeben, ich habe Laos unterschätzt. Es ist mehr wert als nur ein Land zwischen Thailand und Vietnam. Ich muss mich entscheiden – und das jeden Tag. Was gibt es zum Frühstück? Was schaue ich als Erstes an? Wie komme ich dahin? Welches Restaurant ist am Besten? Party oder Chillen am Abend? Wo geht es als Nächstes hin?

Viel habe ich nicht gesehen, nur ein paar Örtchen im Norden. Mit dem Slowboat lande ich in Luang Prabang, wo ich drei Nächte bleibe. Anschließend geht’s nacht Vang Vieng für ebenfalls drei Nächte und aufgrund meiner nichtvorhandenen Vorbereitung mache ich noch einen Abstecher in die Hauptstadt Vientiane, um mein Visum für Vietnam zu beantragen.

Das Highlight meiner Reise durch Laos war neben dem Slowboot definitiv die Wanderung bzw. das Klettern (in Flipflops) auf einen Aussichtspunkt – keine Wegbeschreibung, mitten im Jungle, niemand hier außer ich und Jesse, meine Reisebegleitung…

…You never never know if you never never go…