500 Kilometer, nur um…

… SHOPPEN ZU GEHEN…

Manchmal rappelt’s mich und mir kommt eine ganz besonders blöde Idee in den Sinn… Als ich das erste Mal in Christchurch war, um mein Auto zu kaufen, war H&M gerade im Aufbau. Mittlerweile ist es eröööööfneeeeettttt! *Korkenknall* (Es gibt nur zwei H&Ms in ganz Neuseeland, von einem Onlineshop träumen die Kiwis noch)

Verrückt, aber geil!

Ich packe meinen Rucksack, hocke mich ins Auto, drehe die Musik auf, hole mein Dauergrinsen heraus und los gehts! Einen Teil der Strecke kenne ich bereits vom letzten Roadtrip. Trotzdem staune ich wieder und wieder über die Schönheit dieses Landes.

Shoppingtrip

Nach meinem Shoppingbummel (viel habe ich nicht gekauft) am nächsten Tag, fahre ich weiter ins 360 Kilometer entfernte Dunedin. Es regnet wie Hölle, die Schönheit der Gegend will ich mir trotzdem nicht entgehen lassen und fahre zum Royal Albatros Center. Es ist arschkalt, pisst wie sau und die Sicht nicht wirklich gut. Nach ein paar Fotos und einer heißen Schoki breche ich auf – zurück nach Hause, Queenstown. Die Arbeit ruft…

 

Ich bin eine waschechte Bikerin!

NUR WER HAT, DER KANN…

Ist schon komisch. Wir Deutschen sind stets auf Sicherheit bedacht. Dennoch darf ich, obwohl ich das noch nie gemacht habe, mit dem Auto-Führerschein auch Roller fahren.

„Have you done this before?“
„Of course I have…“

Zumindest bereite ich mich vor. Wer braucht schon Fahrlehrer, wenn es YouTube gibt. 😉 Ich glaube Laura traut meinen Fahrkünsten nicht wirklich über den Weg (ich mir auch nicht), dennoch ist sie mutig genug, sich hinter mich zu setzen (Respekt!). Na dann kann es ja losgehen… Auf die Plätze…. fertig…und los gehts!

Gott sei Dank, gibt es hier nicht so viele Verkehrsregeln, zumindest sagt das mein Gefühl. Frei nach dem Motto: Wer als Erster kommt, mahlt zuerst. Zwei Mal bringe ich die anderen Verkehrsteilnehmer dann doch etwas aus dem Konzept, als ich kurzzeitig zum Geisterfahrer mutiere. Nebenbei bemerkt finde ich, dafür dass ich keinen Linksverkehr gewohnt bin, ist das ganz akzeptabel. 😀

Nach einer fünfzehnminütigen Fahrt kriegen wir uns vor Lachen nicht mehr ein. Denn plötzlich fängt es in Strömen an zu regnen. Die Straßen gleichen einem Wildwasserfluss und erinnern mich ein bisschen an die Wild River (Wild Water) Rutsche in der Therme Erding. Das Gute: Wir sind jetzt scheinbar die Einzigen, die noch unterwegs sind. Also, freie Fahrt voraus!

Pitschnass bis auf die Unterwäsche suchen wir kurze Zeit später dann doch das nächste Restaurant auf. Die Vernunft hat gesiegt! Wir gönnen uns jeder einen Pineapple-Shake (alkoholfrei natürlich!) und entscheiden, nach dem Regen weiter zu fahren. Schließlich wollen wir die Zeit mit dem Roller voll ausnutzen.

Wir dachten, wir machen uns einfach auf den Weg gen Süden.. ok „einfach“ ist nicht ganz richtig für zwei orientierungslose Mädels in einem fremden Land ohne lesbare Verkehrsschilder… Aber wie immer kann man sich auf die moderne Technik verlassen: Vielen Dank an die Betreiber der GPS Navigation by Scout- ohne die App wären wir aufgeschmissen gewesen.

Am Ziel angekommen, haben wir eine wunderschöne Aussicht. Weil es so gut läuft, fahren wir anschließend an die südliche Spitze Phukets (Rawai) weiter und treffen auf einen traumhaften ewig langen Steg.

Mittlerweile ist es dunkel. „Zu Hause“ sind wir innerhalb von etwa 20 Minuten. Wohlgemerkt, für den Hinweg haben wir vermutlich die dreifache Zeit benötigt…


Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Gefahrene Kilometer: ca. 40 km inkl. Umwege
Verfahren und umgekehrt: ca. 10 Mal
Falsche Spur: 2 Mal
Unfall: 0!
Spaßfaktor (von 0 – 10): Definitiv 10!


Meinen Pass bekomme ich am nächsten Tag zurück. Fast schade, dass ich schon einen Führerschein habe, nach dem Tag, hätte ich definitiv einen verdient…

Was will ich Meer…

STRAND und STRAND und STRAND und ach ja… STRAND

Endlich Chillen, Faulenzen und Nichts tun. Eine Kokosnuss zum Frühstück und dann direkt  10 Meter Luftlinie an den Strand. Erstes Learning: Keine Körperstellen beim Eincremen vergessen – besonders die Füße und Ohren. Zusammen mit den etwa 50 Moskito-Stichen an meinen Beinen scheinen mir alle Leute zuerst auf die Füße zu starren, um mir anschließend mit mitleidigem Blick ins Gesicht zu blicken. Was Solls… I don’t mind!

Abgesehen davon ist es einfach traumhaft schön hier, sodass ich meinen Aufenthalt bis Freitag verlängert habe – mit Tendenz zur erneuten Verlängerung. Meine neuen Zimmergenossen, neben Laura aus Dänemark sind 4 befreundete Mädels aus den USA & Kanada. Gemeinsam machen sie eine elfmonatige Reise um die Welt – vollständig durchgeplant und über eine christliche Organisation. Wenn ich richtig verstanden habe, unterstützen sie hier und da Hilfsbedürftige und verteilen anschließend die Bibel – ein bisschen creepy, aber generell eine coole Möglichkeit, um was von der Welt zu sehen. Sie sind ebenfalls super nett und bleiben noch bis Montag. Und dann geht’s wieder von Neuem los:

Hello! What’s your name? Where are you from? How long are you staying? …

 

Alles weg…

… … …

Mein Morgen war überwältigend. Meine Klingel hat nicht mehr still gestanden (etwas übertrieben dargestellt). Dank Mellys Facebook Posts sind etwa 20 Leute zu meinem Wohnungs-Flohmarkt gekommen und haben gekauft, was das Zeug hält. Alle waren gut drauf und es lief einfach super!

Der Plan war 97 % meines Besitzes  zu verkaufen. Er ging auf. Ich kann es kaum glauben. Er ging auf!

Vielen Dank liebste und tollste und größte und allerbeste Melly – du bist einfach der absolute hammermäßige Wahnsinn :*

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Gekauft am 13.09.2014. Verkauft am 14.01.2017: Du hast mir stets die Wärme geschenkt, die ich gebraucht habe. Gemeinsam sind wir durch dick und dünn gegangen. Auch Risse haben meiner Liebe zu dir keinen Abbruch getan. Ich werde noch lange an unsere gemeinsamen Erlebnisse zurück denken. Doch nun ist die Zeit gekommen, für jemand anderen da zu sein…

 

Der Weg zum Minimalisten…

… IST SCHWER, ABER FÜHLT SICH VERDAMMT GUT AN!

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Seit November hat sich so viel getan. 90 % meines Besitzes gehören nun Anderen – ebenfalls Ebay Kleinanzeigen-Süchtigen 😉 Und das waren so lustige, interessante und spannende Leute und Begegnungen. Die Erfahrung kann ich nur empfehlen – kauft und verkauft auf Ebay oder generell online. A moards Gaudi!

Ich hätte am Liebsten Fotos von allen Käufern mit ihren Errungenschaften gemacht. Von der typischen Flohmarkt-Tante, die am liebsten alles für je einen Euro gekauft hätte, zu total netten Nachbarn, die so nahe wohnen und ich bisher noch nie gesehen habe, Flüchtlinge, die so viel gekauft haben, dass es jetzt vermutlich bei ihnen aussieht wie bei mir zu Hause, bis hin zur jungen Familie, die sich ihre erste Wohnung neu einrichtet. Ich kann gar nicht alle aufzählen, weil es einfach zu Viele waren. Damit habe ich schon jetzt einen kleinen Einblick in andere Kulturen und Menschen gewinnen können und diverse Tipps zur Selbstverteidigung, Medikamenten, Essen, besonderen Reisezielen und Erfahrungen bekommen.

Und wie schaut’s aktuell bei mir aus? Naja, was soll ich sagen – leer! In meinem Schlafzimmer steht eine Luftmatratze und ein Koffer, der mit Klamotten überquillt. In meinem Badezimmer liegt ein Haufen kleiner Drogerie-Artikel wild durcheinander verteilt. In meiner Küche steht ein kleiner Ofen, umrahmt von Pappbechern und -tellern, Topflappen und diversen Verpackungsmaterial. Als Kühlschrank dient der Balkon – Gott sei Dank ist Winter. Und in meinem Wohnzimmer stehen 3 Kleiderstangen mit Klamotten, Schuhe, Taschen, Tücher sowie Töpfe, Schüsseln, Körbe, Bilderrahmen, vertrocknete Pflanzen (außer die große Kunstpflanze, die dem Wohnzimmer noch ein wenig das „Wohn“ im Namen verleiht) und meine Balkonmöbel – bestückt mit Papierkram, der schwer nach Arbeit aussieht, was wohl an der Steuererklärung liegt, die ich schon einige Tage vor mir her schiebe. Weitere Fotos erspare ich euch lieber.

Bin ich aufgeregt? Nervös? Momentan habe ich noch gar keine Zeit, darüber nachzudenken. Es ist noch so viel zu tun und in 4 Tagen geht es schon los! Ahhh – dezente Panik steigt auf…

7 % meines Besitzes müssen noch verteilt werden und dann kann es endlich los gehen.

„Gib alles, nur nicht auf!
Es gibt immer einen, der an dich glaubt.
Gib alles, nur nicht auf! Es geht immer weiter.
Lauf, Baby, lauf!“
(Lauf Baby lauf von Tay Schmedtmann)

Weniger ist mehr

LEICHTES GEPÄCK

Ich stöbere mithilfe meines neuen 12 Zoll kleinen Freundes nach dem passenden Equipment für mein großes Vorhaben. Neben meinem technischen Begleiter soll die wichtigste Anschaffung ein Rucksack sein. Ich recherchiere schon seit einigen Wochen und habe ihn noch nicht gefunden: Den perfekten Rucksack.

Schön soll er sein. Bequem. Nicht zu klein und nicht zu groß. Besonders statt 08/15. Und natürlich praktisch. Der Trend geht zum leichten Gepäck – um genauer zu sein, zum Reisen mit Handgepäck. Das trifft sich, da ich kein Freund davon bin, ein Haufen unnützes Zeug mit mir rumzuschleppen. Schließlich verlasse ich die deutsche Komfortzone, verkaufe mein Auto und werde vermehrt zu Fuß unterwegs sein. Daher muss jedes Gramm wohl überlegt sein. Mein neues Motto:

Sammle Momente, keine Gegenstände
(Das Macbook einmal ausgenommen).

http://de.best-wallpaper.net
http://de.best-wallpaper.net

Doch kann ich mich wirklich soweit einschränken? Was brauche ich für ein Jahr auf Reisen? Auf was kann ich verzichten? Einige Blog-Recherchen später, erstelle ich meine eigene Packliste. Da ich nur in wärmere Regionen reisen möchte, fallen dicke Pullover und Jacken weg. Wanderschuhe werden durch Turnschuhe ersetzt und lange Hosen brauche ich maximal zwei. Ich breite alles auf meinem Bett aus. Meine Reisetasche hat annähernd die Handgepäck-Maße von 55 x 40 x 20 cm. In Litern ausgedrückt, sind das etwa 35 – 40 Liter Fassungsvermögen. Also schnappe ich mir meine Tasche und packe den ganzen Kram ein. Die Klamotten für den Flug (Unterwäsche, Socken, lange Hose, Top, Longsleeve, Tuch, Jacke und Turnschuhe) lasse ich draußen. Ein paar Sekunden später habe ich neun Kilogramm Gewicht auf meinem Rücken und muss zugeben – es funktioniert. Damit steht es fest. Viel nehme ich nicht mit.

Es ist wie mit den Männern, die Ansprüche sind größer als das aktuelle Angebot hergibt. Einige Rucksäcke habe ich schon in der engeren Auswahl, aber der Entscheidende ist mir noch nicht unter gekommen. Zig Pro- und Kontra-Listen später klappe ich den Laptop zu. Schließlich sind noch drei Monate Zeit, den richtigen Rucksack zu finden..

Update im Januar 2017:
Sieger meines Herzens wurde ein ganz anderer Rucksack. Später mehr dazu…