365 Tage…

9 LÄNDER, 25 STEMPEL UND UM DIE 365 INSTAGRAM-BILDER

Ich weiß gar nicht, ob ich “365 Tage schon” oder “erst” sagen soll… Die Tage vergehen wie im Flug und ich habe so viel erlebt, wie ich wahrscheinlich in meinem ganzen bisherigen Leben nicht erlebt habe.

Genau vor einem Jahr, am 17. Januar 2017 bin ich in Dresden am Flughafen gestartet. Ich habe mir geschworen beim Abschied nicht zu weinen. Und tatsächlich habe ich es bis zur Sicherheitskontrolle geschafft, ohne nur eine Träne zu vergießen.. Man, war ich stolz auf mich!!! Am Gate habe ich mir ein ruhiges Plätzchen gesucht und plötzlich sehe ich gegenüber meine Mu und meine Schwester hinter einer Glasscheibe stehen… Didimmmm…

IMG_3304.JPG#tränenmeer #endstation #neuseeland #lieblingsplatz #waswillichmeer #sunsetwatching

Aus Thailand, Malaysia, Indonesien, Neuseeland, Südafrika, Argentinien, Brazilien, Mexiko und Australien wurde (bis jetzt) Thailand, Laos,Vietnam, Indien, Nepal, Südafrika, Lesotho, wieder zurück nach Südafrika, Indonesien und Neuseeland.  Auch neun Länder, nur eben Andere… War ja klar, dass sich meine Route ändern wird – genauso wie die geplante Länge meiner Reise. “Weihnachten bin ich wieder zurück…”. Hatte ich gesagt, welches Jahr?!

DeFinItIV dIe bEsTe EnTscHeIduNG meINes LeBenS!!!

Die Drakensberge

 

SPONTAN INS NÄCHSTE LAND GESTOLPERT…

Auch wenn es mir schwerfällt, Ballito und vor allem den Strand zu verlassen, zieht es mich doch weiter – dieses Mal in die Berge – genauer gesagt: Die Drakensberge. Schon der Weg dahin ist laaaang, aber vielversprechend. Nach etwa 8 Stunden Fahrt, total kaputt, kommen Vicki und ich endlich im Amphitheatre an. Die Dorms sind bereits ausgebucht, macht aber nichts –  wir nehmen ein Zweibettzimmer. Endlich wieder WLAN, ein Terrasse nur für uns, die Küche in der Hütte gegenüber und das Badezimmer ist auch nur etwa 30 Meter entfernt. Da das Personal mehr auf Pauschaltouristen statt auf Individualreisende ausgerichtet ist und die Preise ziemlich überteuert sind, beschließen wir nach zwei Nächten chillen auf eigene Faust nach Lesotho zu fahren.

The Kingdom in the Sky („Das Königreich im Himmel“)

Geographie war nie mein Lieblingsfach, was dem langweiligen Lehrplan und sorry – den nicht wirklich kreativen Lehrern zu verschulden ist. Wir sollten eine Weltreise mit in den Lehrplan aufnehmen, liebes Bildungsministerium… 😉

Ich jedenfalls habe zuvor noch nie etwas von Lesotho gehört. Zugegeben, das Land ist von Südafrika umschlossen und so winzig wie Belgien. Es hat gerade einmal so viele Einwohner wie München und Erding zusammen (= 2 Mio; zum Vergleich: Belgien hat 11 Mio Einwohner). Zudem liegt Lesotho verdammt weit oben: 1400 – 3500 Höhenmeter, was den Spitznamen erklärt. Es ist eine ganz andere Welt hier oben …

… wie eine Reise in die Vergangenheit …

Dafür gibts auch gleich einen neuen Stempel in den Pass – oder besser gesagt Vier: Ausreise aus Südafrika, Einreise nach Lesotho und das Ganze umgekehrt. Ob wir mit dem Leihauto überhaupt das Land verlassen dürfen? Keine Ahnung – nur passieren sollte uns wohl besser nix im Königreich …

Dieses Mal sucht Vicki die Unterkunft aus – die Malealea Lodge soll es sein. Tiiief durchatmen, Sara – denn die Lodge ist am Arsch der Welt – die Straßen, oder sagen wir eher Schotterpisten der reinste Horror. Wenn wir hier stecken bleiben, dann findet uns niemand und wenn, kann die Person sicher kein Englisch… aber gut, ich bin ja für jedes Abenteuer zu haben. Gemeinsam rollen wir mit 20 km/h nach Malealea…

Neues Land, neue Währung, neues Mobilfunknetz (das heißt, kein Internet), neue Sprache, neue Sitten… Am Arsch der Welt gibt’s natürlich auch kein gescheites WLAN (3 € pro 100 MB), Strom gibt’s nur bis 22 Uhr in der Bar, Wasserkocher, Toaster, Haartrockner und Co. sind strengstens verboten und ach ja – Einkaufsmöglichkeiten sind mit einem Tagesausflug verbunden. Aber ey – irgendwie auch cool so ganz ohne alles. Vicki und ich nehmen uns gemeinsam eine Hütte. Zwei Betten, ein Nachttisch und eine Kerze – mehr hat hier nicht Platz.

„Die Steigerung von Leben heißt: Erleben“
Erich Limpach

Ausgeruht und ausgeschlafen machen wir am nächsten Tag eine achtstündige Wanderung mit einem einheimischen Wanderführer – ohne darf man hier nicht los. Zu dritt durch die Weiten Lesothos – bei Sonnenschein und blauem Himmel bergauf und ab. Traumhaft… Tomes – ich glaub so oder so ähnlich hieß unser Guide – durchlöchern wir mit Fragen über Sitten und Bräuche. Er ist Mitte Zwanzig und lebt ein Leben wie es unterschiedlicher nicht sein könnte. Nach etwa 5 Stunden treffen wir das erste Mal auf eine Gruppe Wanderer – seltsam bunt gekleidet wirken diese Passanten eher wie reiche Städter, die eher nicht so aussehen als hätten sie die Wanderung geplant. Tomes erzählt uns nachher, dass dies Mitglieder des Parlaments sind, die sich hier ein Bild der Einheimischen machen wollen… Echte Promis… und wir keine Fotos…

Auf dem Weg zurück in die Zivilisation fängt plötzlich das Auto an zu qualmen – Shit! Kein Google zur Hand, weit und breit niemand zu sehen, die Motorhaube lässt sich nicht öffnen und im Handbuch steht auch nichts Brauchbares… Na toll, zwei Blondinen, ein qualmendes Auto und das ganze auch noch am Arsch der Welt… Ok, Ruhe bewahren.. Wir lassen einfach das Auto etwas abkühlen und fahren dann langsam weiter…

… Das klingt nach einem Plan!