Mein Job bei Shotoverjet

MOMENTE FÜR DIE EWIGKEIT

Bist du eigentlich noch bei diesem Boot-Dings?

Jap, ich arbeite seit 9 Monaten (verrückt! Ich kann es selbst kaum glauben) in einem Unternehmen, was Schnellboot-Fahrten in einer Schlucht anbietet – so würde ich es mal wage übersetzen…

Was genau ich da mache? Boot fahren. Ähhhh, ok – nicht ganz! Natürlich habe ich die wichtigste Aufgabe – neben dem Bootsfahrer, das ist klar: Ich halte alles für Social Media & Co. fest. Grob gesagt: Ich mache Fotos & Videos, bearbeite sie und bringe sie an den Mann oder/ und die Frau. Und sind wir mal ehrlich, das ist eine nicht ganz unwichtige Aufgabe, denn die Meisten machen solche Dinge doch hauptsächlich, um es auf Facebook, Instagram & Co zu posten.

Ab und zu spring ich dann aber schon mal rein – also ins Boot. Das Wasser ist dann doch zu kalt zu der Jahreszeit.

 

Eine Bootsfahrt, die ist lustig

… EINE BOOTSFAHRT, DIE IST SCHÖN…

Spontan habe ich mich überreden lassen, auf die Earnslaw zu steigen…

Rein ins Boot und direkt zur Bar – nur ein kleines Sektchen zum Anstoßen. Getränke zum Mittagsbuffet? Teilen wir uns doch eine Flasche Wein. Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch ein Piccolöchen.

Und was machen wir jetzt? Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint, lass uns doch in die Sonne setzen. Auf der Dachterrasse chillend, bestellen wir noch ein/zwei Gläschen Wein. Danach gehts ins Casino – hier gibt’s Wein for free. Schwups kommt eine Einladung zu einer Hausparty reingeflattert – bringen wir besser eine Flasche Wein mit und naja, die Hausparty wird in die nächste Bar verlagert, bestellen wir doch ein Gläschen Wein…

An das Ende des Abends kann ich mich nur noch wage erinnern… Ich weiß nur, Wein brauche ich heute erst einmal nicht mehr…

 

P.S.: Etwas wirklich Wissenswertes zur Bootsfahrt: Die Earnslaw ist ein 1912 erbautes Dampfschiff, das heute noch den Lake Wakatipu in Neuseeland befährt. Das Schiff ist eine touristische Sehenswürdigkeit und der einzige noch kommerziell betriebene kohlebefeuerte Passagierdampfer der Südhalbkugel. (Wikipedia)

500 Kilometer, nur um…

… SHOPPEN ZU GEHEN…

Manchmal rappelt’s mich und mir kommt eine ganz besonders blöde Idee in den Sinn… Als ich das erste Mal in Christchurch war, um mein Auto zu kaufen, war H&M gerade im Aufbau. Mittlerweile ist es eröööööfneeeeettttt! *Korkenknall* (Es gibt nur zwei H&Ms in ganz Neuseeland, von einem Onlineshop träumen die Kiwis noch)

Verrückt, aber geil!

Ich packe meinen Rucksack, hocke mich ins Auto, drehe die Musik auf, hole mein Dauergrinsen heraus und los gehts! Einen Teil der Strecke kenne ich bereits vom letzten Roadtrip. Trotzdem staune ich wieder und wieder über die Schönheit dieses Landes.

Shoppingtrip

Nach meinem Shoppingbummel (viel habe ich nicht gekauft) am nächsten Tag, fahre ich weiter ins 360 Kilometer entfernte Dunedin. Es regnet wie Hölle, die Schönheit der Gegend will ich mir trotzdem nicht entgehen lassen und fahre zum Royal Albatros Center. Es ist arschkalt, pisst wie sau und die Sicht nicht wirklich gut. Nach ein paar Fotos und einer heißen Schoki breche ich auf – zurück nach Hause, Queenstown. Die Arbeit ruft…

 

Snowboard 4 Life…

ES KOMMT IMMER ANDERS ALS MAN DENKT…

Schneebeckt

Erst im Januar habe ich mich feierlich mit den Worten: „ein Jahr Pause.“ vom Schnee verabschiedet. Ich hätte vor meinem Trip aber besser mal die Jahreszeiten checken sollen, denn hier ist wie auch in Südafrika gerade Winter – der Unterschied ist nur: Hier liegt Schneeeeeee!

JUHU! Ich freue mich schon riesig, endlich zu sehen, wie die Pisten in Neuseeland sind. Das Equipment bekomme ich von meinem Mitbewohner und seinem Freund Adam. Schuhgröße 45 fülle ich mit drei paar dicken Skisocken aus und das Board, naja – ist halt ein bisschen größer als üblich – aber einem geschenkten Gaul… ihr wisst schon…

Es schneit ohne Pause, die Sicht ist gleich Null und meine Orientierungslosigkeit ist nicht gerade hilfreich. Nach etwa zwei Stunden bleibe ich abseits der Piste stecken und muss abschnallen. Ich kann gar nicht so schnell gucken, wie das Snowboard den Hang hinunter fährt – ohne mich! Fuck! Adam, von dem ich das Board habe, schnellt hinterher. Vom Lift aus, rufen mir die Anderen zu, dass das Board im See gelandet und gebrochen sei und auch sowas wie: „You owe your friend a blowjob for rescueing your board“ (Das übersetze ich jetzt nicht…)! See? Gebrochen? Fuck! Ich flitze hinterher und bleibe selbst im metertiefen Schnee stecken.

Eine Skifahrerin zieht mich glücklicherweise mit ihren Stöcken heraus. Zu Fuß laufe ich den Hang hinunter und darf mir unterwegs noch mehr idiotische Sprüche von Passanten anhören. Adam hat das Board gefunden und Halleluja, es ist nicht gebrochen! Ich spendiere ihm einen Kaffee und entschuldige mich gefühlte 5.000 Mal. Ich nehme es mit Humor, er kann nicht darüber lachen…

Ich weiß halt wie man sich Freunde macht…

P.S.: Sorry, Adam!

 

Ich flieg dann mal eben ein Auto kaufen…

MEIN ERSTER ROADTRIP IN NEUSEELAND…

Mit einem leichten Zucken in den Fingern fängt es an. Die ersten Entzugserscheinungen machen sich bemerkbar. Seit drei Wochen bin ich an nur einem Ort! Seit drei Wochen! Seit drei Wochen habe ich Queenstown bis auf einen Abstecher nach Glenorchy und Arrowtown nicht verlassen. Seit drei Wochen bin ich nicht mehr geflogen…

Kurzer Rückblick: An meinem ersten Tag in Queenstown lerne ich eine Französin kennen, deren Work & Travel Jahr gerade dem Ende zugeht. Von Queenstown aus macht sie ihren letzten Roadtrip entlang der Ostküste. In drei Wochen endet ihre Zeit in Neuseeland, genauer gesagt in Christchurch. Und warum erzähle ich euch das?

Die Vernünftigen existieren, die Unvernünftigen leben.

Ich nehme mir gleich in meiner ersten Arbeitswoche Urlaub und fliege spontan nach Christchurch, kaufe ihr Auto (das hässlichste Auto, was ich je besessen habe – aber an meinen Mini kommt eh nix ran *seufz* ), übernachte im Gefängnis, lerne Elif kennen und fahre mit ihr gemeinsam zurück nach Queenstown. Die Fahrt dauert 6 Stunden. Oder besser gesagt: vier Tage, wenn man alle 100 Meter anhält. Ich kann es mir leisten – denn mein Chef hat mir gleich vier Tage frei gegeben…

Die-Route

Nach drei Wochen sehe ich endlich Schafe in Neuseeland! 

Gemeinsam fahren wir wortwörtlich über Stock und Stein, durch Bäche und Flüsse, vorbei an Millionen von Schafen, Kühen, Rehen und ähnlichen Freiwild, spielen Tischtennis in mitten der Stadt, essen Kekse bis uns schlecht wird und folgen den Spuren der Herr der Ringe. Ich kann gar nicht beschreiben, wie traumhaft es hier ist.

Nach drei Wochen sehe ich endlich die „Fifty Shades of Green“ Neuseelands.

Es ist verdammt schade, dass du wieder zurück nach Australien gehst, Elif. Ich vermisse dich schon jetzt! Aber wie man so schön sagt: Man sieht sich immer zweimal im Leben… Mindestens!

Ich wär so gerne Millionär

…Wie hieß das nochmal? A-R-B-E-I-T?

Nach acht Monaten ohne Verpflichtungen, bin ich dann doch froh, wieder eine Aufgabe zu haben – oder mit anderen Worten: Ich bin pleite und brauche dringend Kohle!

Ganz so einfach, wie ich mir das dachte, ist es leider nicht, einen Job zu finden – vielleicht stelle ich mich aber auch einfach nur zu blöd an…

Im Pub ums Eck suchen sie Barpersonal. Das kann ja nicht so schwer sein… Nach zwei Tagen Probearbeiten, bekomme ich eine Abfuhr. Der Grund: Ich bin nicht gesprächig genug! Um ehrlich zu sein, weiß ich auch nicht, was ich mit wildfremden alten Knackern bereden soll, während ich ihnen ein Bier zapfe. Ich bin froh, dass ich überhaupt verstehe, was sie bestellen wollen und dieses Ganze „How are you?“, „How are you doing?“ „How is it going?“ ist doch eh ein Scheiß! Wen interessiert schon wirklich wie es mir geht? Und was ich gerade mache, sieht er doch – ein Bier zapfen… Fazit: Hier suchen sie Quatschtanten, vorzugsweise Englisch Muttersprachler – da bin ich raus…

Ich wär so gerne Millionär, dann wär mein Konto niemals leer – millionenschwer… (Das wussten die Prinzen schon vor 25 Jahren)

Für mein nächstes Vorstellungsgespräch kaufe ich mir schnell noch ein paar schickere Schuhe, einen Blazer und ein helles Shirt – kann ja schlecht in Turnschuhen und Karo-Hemd in eine 4 Sterne Hotel gehen. Hier suchen sie ebenfalls Barpersonal. Das Gespräch erinnert mich direkt an mein letztes Bewerbungsgespräch in dem Dresdner Hotel… Die Tier-Frage stellen sie mir nicht, aber dafür andere skurrile Fragen. Nach einer Stunde komme ich mir vor, als hätte ich mich gerade für einen Manager-Posten beworben. Eine Woche später werde ich auch hier zum Probearbeiten eingeladen. Auch hier eine Abfuhr, ich müsste mehr mit den Gästen sprechen…

Zu diesem Zeitpunkt habe ich glücklicherweise schon einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Mit meinem neuen Chef verstehe ich mich auf Anhieb, das Gespräch ist super locker und lustig – perfekt! Zwei Stunden später habe ich die Zusage und morgen gehts auch schon los! Ich war zwar zuvor schon in einem Casino (am Wörthersee in Österreich), habe während meines Studiums recht viel gepokert, habe Hangover gesehen aber ich habe noch nie um Geld gespielt und erst recht noch nicht in so einem Etablissement gearbeitet.

Es gibt immer ein erste Mal.

Ich arbeite hier hinter der Bar, direkt im Casino und im Restaurant. Es ist also recht abwechslungsreich… Wir haben diverse Events, wie eine Gay-Ski-Week (Schwulen- und Lesbenparty) mit Karaoke & Co., eine Comedy-Nacht mit prominenten Comedians, zeigen diverse Sportwettkämpfe, wie Boxen, Rugby, Fußball, Cricket, Autorennen, haben Charities & vieles mehr. Jeden Freitag kommt eine Runde älterer Businessman zum Mittagessen und Mittwochabend heißt es dann „Jingo“ aus jeder noch so versteckten Ecke (Bingo mit Musikausschnitten). Wir sind immer um die 2 – 7 Leute in der Bar – es gibt also immer wem zum Quatschen… Ich arbeite vorrangig Nachschichten. Das heißt, ich fange 17 oder 18 Uhr an und gehe gegen 2 Uhr nach Hause – bzw. feiern in einen der vielen Clubs und Bars in Queenstown… Zwei Tage die Woche habe ich Frühschicht, d.h. ich fange schon um 11 Uhr an.

Mittlerweile texte ich auch jeden zu mit: „How are you?“ „How is it going?“ & Co. – hab mich dann doch schnell an den Smalltalk gewöhnt… Manche fangen dann an zu erzählen und Manche wollen einfach nur was trinken und/ oder essen…

Und was soll ich sagen, Mittwoch ist mein Lieblingstag: Geldtag!

Uniform-gay-week