Vom Wein zum Bier…

ZWEI TAGE, GEWINNEN, GENIEßEN, VERKOSTEN & VERLIEREN…

Als ich das letzte Mal in Dunedin war, hat es geschifft wie aus Kannen… Dieses Mal bin ich bin weniger draußen unterwegs – ein bisschen Sightseeing natürlich, ein Casinobesuch und zwei Brauereibesichtigungen.

Nachdem ich nun Tag für Tag im Casino arbeite, wollte ich zumindest einmal selbst die Erfahrung machen.

Sicherheitshalber setze ich mir ein Budget: $ 50! Nachdem ich diese schon in der ersten halben Stunde verliere und es langweilig ist, nur anderen dabei zuzusehen die Chips auf dem Roulette-Tisch zu verteilen, setze ich erneute $ 10 und nochmal $ 20. Am Ende gehe ich mit $ 30 nach Hause ( Die erstem $ 50 habe ich verloren). Mein Fazit?

Als ich die ersten $ 50 verloren habe, wollte ich diese um jeden Preis wieder zurück gewinnen. Die Zeit ist schnell vergessen, ein bisschen Verzweiflung und natürlich Neid, wenn die Person neben dir, sich vor Chips kaum retten kann. Wenn man einmal gewinnt, will man immer mehr und mehr und weiß nicht, wann aufzuhören – das habe ich mir sagen lasse, hier spreche ich nicht aus eigener Erfahrung 😉  Vom Geld mal abgesehen, macht es Spaß ein bisschen zu „pokern“.

„Wie? Du bist Deutsche und trinkst kein Bier? Wie ist das möglich?“

Am nächsten Tag gehts auf Bierverkostung – generell ja nicht so mein Fall. Aber nachdem ich ja schon im Erdinger Weißbräu war, ist es ein guter Vergleich. Übrigens: ein paar Inhaltsstoffe sind aus Deutschland importiert…

 

 

P.S.: Ich habe mich jetzt mehr auf das Lotto spielen konzentriert – ein Versuch ist’s wert… Ich gebe nicht auf – frei nach dem Motto: Vom Tellerwäscher zum Millionär…

Eine Bootsfahrt, die ist lustig

… EINE BOOTSFAHRT, DIE IST SCHÖN…

Spontan habe ich mich überreden lassen, auf die Earnslaw zu steigen…

Rein ins Boot und direkt zur Bar – nur ein kleines Sektchen zum Anstoßen. Getränke zum Mittagsbuffet? Teilen wir uns doch eine Flasche Wein. Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch ein Piccolöchen.

Und was machen wir jetzt? Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint, lass uns doch in die Sonne setzen. Auf der Dachterrasse chillend, bestellen wir noch ein/zwei Gläschen Wein. Danach gehts ins Casino – hier gibt’s Wein for free. Schwups kommt eine Einladung zu einer Hausparty reingeflattert – bringen wir besser eine Flasche Wein mit und naja, die Hausparty wird in die nächste Bar verlagert, bestellen wir doch ein Gläschen Wein…

An das Ende des Abends kann ich mich nur noch wage erinnern… Ich weiß nur, Wein brauche ich heute erst einmal nicht mehr…

 

P.S.: Etwas wirklich Wissenswertes zur Bootsfahrt: Die Earnslaw ist ein 1912 erbautes Dampfschiff, das heute noch den Lake Wakatipu in Neuseeland befährt. Das Schiff ist eine touristische Sehenswürdigkeit und der einzige noch kommerziell betriebene kohlebefeuerte Passagierdampfer der Südhalbkugel. (Wikipedia)

Snowboard 4 Life…

ES KOMMT IMMER ANDERS ALS MAN DENKT…

Schneebeckt

Erst im Januar habe ich mich feierlich mit den Worten: „ein Jahr Pause.“ vom Schnee verabschiedet. Ich hätte vor meinem Trip aber besser mal die Jahreszeiten checken sollen, denn hier ist wie auch in Südafrika gerade Winter – der Unterschied ist nur: Hier liegt Schneeeeeee!

JUHU! Ich freue mich schon riesig, endlich zu sehen, wie die Pisten in Neuseeland sind. Das Equipment bekomme ich von meinem Mitbewohner und seinem Freund Adam. Schuhgröße 45 fülle ich mit drei paar dicken Skisocken aus und das Board, naja – ist halt ein bisschen größer als üblich – aber einem geschenkten Gaul… ihr wisst schon…

Es schneit ohne Pause, die Sicht ist gleich Null und meine Orientierungslosigkeit ist nicht gerade hilfreich. Nach etwa zwei Stunden bleibe ich abseits der Piste stecken und muss abschnallen. Ich kann gar nicht so schnell gucken, wie das Snowboard den Hang hinunter fährt – ohne mich! Fuck! Adam, von dem ich das Board habe, schnellt hinterher. Vom Lift aus, rufen mir die Anderen zu, dass das Board im See gelandet und gebrochen sei und auch sowas wie: „You owe your friend a blowjob for rescueing your board“ (Das übersetze ich jetzt nicht…)! See? Gebrochen? Fuck! Ich flitze hinterher und bleibe selbst im metertiefen Schnee stecken.

Eine Skifahrerin zieht mich glücklicherweise mit ihren Stöcken heraus. Zu Fuß laufe ich den Hang hinunter und darf mir unterwegs noch mehr idiotische Sprüche von Passanten anhören. Adam hat das Board gefunden und Halleluja, es ist nicht gebrochen! Ich spendiere ihm einen Kaffee und entschuldige mich gefühlte 5.000 Mal. Ich nehme es mit Humor, er kann nicht darüber lachen…

Ich weiß halt wie man sich Freunde macht…

P.S.: Sorry, Adam!

 

Ich wär so gerne Millionär

…Wie hieß das nochmal? A-R-B-E-I-T?

Nach acht Monaten ohne Verpflichtungen, bin ich dann doch froh, wieder eine Aufgabe zu haben – oder mit anderen Worten: Ich bin pleite und brauche dringend Kohle!

Ganz so einfach, wie ich mir das dachte, ist es leider nicht, einen Job zu finden – vielleicht stelle ich mich aber auch einfach nur zu blöd an…

Im Pub ums Eck suchen sie Barpersonal. Das kann ja nicht so schwer sein… Nach zwei Tagen Probearbeiten, bekomme ich eine Abfuhr. Der Grund: Ich bin nicht gesprächig genug! Um ehrlich zu sein, weiß ich auch nicht, was ich mit wildfremden alten Knackern bereden soll, während ich ihnen ein Bier zapfe. Ich bin froh, dass ich überhaupt verstehe, was sie bestellen wollen und dieses Ganze „How are you?“, „How are you doing?“ „How is it going?“ ist doch eh ein Scheiß! Wen interessiert schon wirklich wie es mir geht? Und was ich gerade mache, sieht er doch – ein Bier zapfen… Fazit: Hier suchen sie Quatschtanten, vorzugsweise Englisch Muttersprachler – da bin ich raus…

Ich wär so gerne Millionär, dann wär mein Konto niemals leer – millionenschwer… (Das wussten die Prinzen schon vor 25 Jahren)

Für mein nächstes Vorstellungsgespräch kaufe ich mir schnell noch ein paar schickere Schuhe, einen Blazer und ein helles Shirt – kann ja schlecht in Turnschuhen und Karo-Hemd in eine 4 Sterne Hotel gehen. Hier suchen sie ebenfalls Barpersonal. Das Gespräch erinnert mich direkt an mein letztes Bewerbungsgespräch in dem Dresdner Hotel… Die Tier-Frage stellen sie mir nicht, aber dafür andere skurrile Fragen. Nach einer Stunde komme ich mir vor, als hätte ich mich gerade für einen Manager-Posten beworben. Eine Woche später werde ich auch hier zum Probearbeiten eingeladen. Auch hier eine Abfuhr, ich müsste mehr mit den Gästen sprechen…

Zu diesem Zeitpunkt habe ich glücklicherweise schon einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Mit meinem neuen Chef verstehe ich mich auf Anhieb, das Gespräch ist super locker und lustig – perfekt! Zwei Stunden später habe ich die Zusage und morgen gehts auch schon los! Ich war zwar zuvor schon in einem Casino (am Wörthersee in Österreich), habe während meines Studiums recht viel gepokert, habe Hangover gesehen aber ich habe noch nie um Geld gespielt und erst recht noch nicht in so einem Etablissement gearbeitet.

Es gibt immer ein erste Mal.

Ich arbeite hier hinter der Bar, direkt im Casino und im Restaurant. Es ist also recht abwechslungsreich… Wir haben diverse Events, wie eine Gay-Ski-Week (Schwulen- und Lesbenparty) mit Karaoke & Co., eine Comedy-Nacht mit prominenten Comedians, zeigen diverse Sportwettkämpfe, wie Boxen, Rugby, Fußball, Cricket, Autorennen, haben Charities & vieles mehr. Jeden Freitag kommt eine Runde älterer Businessman zum Mittagessen und Mittwochabend heißt es dann „Jingo“ aus jeder noch so versteckten Ecke (Bingo mit Musikausschnitten). Wir sind immer um die 2 – 7 Leute in der Bar – es gibt also immer wem zum Quatschen… Ich arbeite vorrangig Nachschichten. Das heißt, ich fange 17 oder 18 Uhr an und gehe gegen 2 Uhr nach Hause – bzw. feiern in einen der vielen Clubs und Bars in Queenstown… Zwei Tage die Woche habe ich Frühschicht, d.h. ich fange schon um 11 Uhr an.

Mittlerweile texte ich auch jeden zu mit: „How are you?“ „How is it going?“ & Co. – hab mich dann doch schnell an den Smalltalk gewöhnt… Manche fangen dann an zu erzählen und Manche wollen einfach nur was trinken und/ oder essen…

Und was soll ich sagen, Mittwoch ist mein Lieblingstag: Geldtag!

Uniform-gay-week

 

 

Indonesien

 

SÜDOSTASIEN, ICH BIN ZURÜCK…

Oh mein Gott, wie habe ich mich auf Sonne, Strand, Meer, Hitze, Verkehrschaos und gebratenen Reis gefreut.. Ich kann es kaum glauben, nach 24 Stunden on Tour, bin ich endlich da, wo ich hingehöre – für die nächsten zehn Tage. Aaaaaber erstmal schlafen…

Überglücklich, endlich wieder zu schwitzen, sprinte ich aus dem Bett und rein ins Getümmel. Ich habe keinen Plan, außer Chillen, runterkommen und Kraft tanken für den nächsten großen Meilenstein meiner Reise.

Urlaub vom Urlaub – das ist das Motto für die kommenden Tage!

Ganz schön schwer, will ich die Zeit hier doch auch nutzen… So reise ich doch ein bisschen mehr als zuerst geplant. Von Padangbai gehts direkt per Schnellboot nach Gili Air, eine kleine Insel nur einige Stunden von Bali entfernt. Die Reise mit dem Boot wie immer in Asien langwierig und nie nach Plan, aber ich bin relaxt und übe mich in Geduld.

Gili Air ist super süß, genau nach meinem Geschmack. Keine Autos, alles zu Fuß erreichbar und eine relaxte Atmosphäre überall. Trotz, dass es Hauptsaison ist, ist eigentlich kaum was los – super angenehm. Nachdem ich die Insel nun schon mehrfach umrundet habe wird’s dann auch wieder Zeit fürs Festland.

Bali, ich komme zurück…

…und direkt nach Canggu – hier wird gefeiert bis zum Morgengrauen! Und weiter nach Ubut. Hier gibt’s keinen Strand, da es im Landesinneren liegt, aber es regnet eh mehr als erhofft, viel brauner werde ich nun eh nicht mehr. Ubut ist super schön, ich spaziere ein bisschen umher, gehe essen und mache nicht wirklich viel außer eine Tour auf den Vulkan – so wie ursprünglich geplant. Das Wetter ist leider nicht so der Burner, sodass ich vom Vulkan selbst nicht viel zu sehen bekomme.

Aber Wurscht! In Neuseeland gibts schließlich auch Vulkane! Schnell buche ich noch die ersten zwei Nächte in Queenstown und rein in den Flieger…

 

 

P.S.: Noch eine „Typisch Sara“-Story zum Schluss: An meinem zweiten Strandtag gehe ich an den White-Sand-Beach. Weißer Strand, eine kleine Bucht, kaum Leute – wie in meinen besten Träumen! Ich reiße mir die Klamotten vom Leib und flitze ins Wasser! Die erste Welle erwischt mich gleich richtig: Mein Oberteil verlässt die zu bedeckenden Körperteile und mein Höschen füllt sich mit – ungelogen – einem Kilo Sand. Noch im Wasser, versuche ich schnell wieder alles zurechtzurücken – doch, auf eine Welle folgt die Nächste. Der Sand sammelt sich in den Inlets meines nicht wirklich hochwertigen Bikinis. Ich kann nichts machen außer alles festzuhalten und zurück an den zu Strand laufen. Zum Glück kennt mich hier niemand. Ich bedecke mich mit meinem Sarang (auf dem Handtuch liege ich ja) ziehe unauffällig alles aus, entferne den Sand und ziehe mich gerade rechtzeitig wieder an, bis sich ein Bekannter aus dem Hostel zu mir gesellt… Oh man… Stress pur, kann ich euch sagen!

 

 

Durban

 

… UND DIE 4 ELEMENTE…

In Vietnam cruise ich mit dem Motorrad von Nord nach Süd, in Nepal wandere ich den Annapurna hoch und wieder hinunter und in Südafrika reise ich von Westen nach Osten an der Küste entlang. In allen drei Ländern treffe ich hier und da immer wieder auf die gleichen Leute – auch ganz ohne Absprache. Das heißt, besser immer Freunde statt Feinde machen..

 

Das ist die perfekte Welle. Das ist der perfekte Tag. Lass dich einfach von ihr tragen. Denk am besten gar nicht nach…

In meiner vorletzten Destination Chintsa habe ich die Schweizer Andrea und Manuel kennengelernt. Auch in Coffee Bay treffe ich die beiden wieder und wir quatschen über die nächsten Stationen. Wie immer ohne Plan weiß ich nur, ich will nach Durban, ans Meer und hoch hinaus.

Da Manuel in Südafrika die Liebe zum Surfen für sich entdeckt hat, weiß er, dass ganz in der Nähe von Durban ein weltweiter Surfwettbewerb stattfindet – in Ballito. Da brauche ich gar nicht lange überlegen, springe ins Auto und checke kurzer Hand ins Monkey Bay Backpackers ein. Der Inhaber ist super cool, die Atmosphere tiptop, der Strand in Sichtweite und  heiße Surfer wohin das Auge reicht. Ein riesen Event – eine ganze Woche lang! Jeden Tag am Strand chillen und den Surfern beim Wellenreiten zusehen. Leider hat es mich gleich in der ersten Nacht erwischt, weshalb ich den Strand nur in langen Hosen, Socken, dicken Pulli und Mütze besuche während sich alle anderen halbnackt in der Sonne ahlen.. scheiß drauf – Hauptsache Strand, Meer und Entertainment…

 

Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle…

Abends heizen wir uns beim typischen Brai (Grillen auf Südafrikanisch) gemütlich ein oder gehen feiern in den nahegelegenen Clubs, die aufgrund der Ballito Pro auch rappelvoll sind – zugegeben, eher mit 18jährigen Surfern, aber das ist ja in Deutschland auch nicht anders, zumindest das Alter – Surfer sind da ja eher rar…

 

Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger…

Ich bin nur mit einem Seil an meinen Beinen bestückt von der Brücke gesprungen, dagegen ist der Sprung aus dem Flieger mit einem Profi im Rücken doch ein Kinderspiel.

Doch schon der Weg zum Durban Skydive Center ist nicht gerade einfach für zwei orientierungslose Mädels irgendwo im nirgendwo. Wir brauchen statt einer Stunde anderthalb, verpassen unseren Sprung am Morgen und müssen warten bis alle anderen gesprungen sind. Das Beste kommt halt eben zum Schluss, nicht wahr, Andrea?!

Es ist traumhaft schön und könnte noch viiiiiiiel länger gehen. Ich fliege den Gleitschirm später sogar selbst (Siehe Fotos). Da braucht man ganz schön Muckies. Fliegen macht süchtig. Definitiv Wiederholungsbedarf!

Ein Abenteuer jagt das Nächste! Denn auf dem Rückweg geht uns das Benzin aus.. uuuupsiii… da habe ich wohl etwas übersehen… Am Seitenstreifen wartend, bringt uns Baywatch-Hero Manuel glücklicherweise das rettende Benzin – Besten Dank!

 

Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zu wenig Glitzer…

Nach einer Woche Ballito heißt es schweren Herzens Auf Wiedersehen liebes Meer und weiter geht’s…

 

Coffee Shack in Coffee Bay

 

…UND DAS, WO ICH DOCH GAR KEINEN KAFFEE TRINKE…

Warum der Ort eigentlich Coffee Bay heißt? Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern – aber scheiß drauf – es ist einfach MAGISCH hier…

Jeden Tag gibt es mehr zu entdecken. Ich erlebe so viel und doch bin ich tiefentspannt. Hier macht sich am meisten bemerkbar, wie wichtig die richtige Wahl der Unterkunft ist. Coffee Shack bietet jeden Tag eine andere Tour zum Schnäppchenpreis an. Es ist nicht touristisch, sondern individuell. Der Guide geht mir zwar schon ein bisschen auf die Nerven, aber ist doch ein ganz ein Lieber.. Nur wie hieß der noch mal…? Vicki, kannst du mir auf die Sprünge helfen?

Surfen, Wandern, Feuer machen und Toasts im Freien grillen, Einheimische zu Hause besuchen, in einer Original-Local-Hütte übernachten, am Abend zusammensitzen und aller 75MB ein neues Passwort holen… Das ist Südafrika für mich… unvergesslich schön…